Der Handelskonzern Metro möchte sich mit dem Verkauf seiner Warenhaustochter Kaufhof Zeit nehmen. Die Krise sieht Vorstandschef Cordes als überwunden und begrüßt einen neuen Aufsichstratsratchef.

Jürgen Kluge ist zum neuen Aufsichtsratschef der Metro Group gewählt worden. Auf der Hauptversammlung am Mittwoch in Düsseldorf stimmten 98,25 Prozent der wahlberechtigten Aktionäre für Kluge als Mitglied des Aufsichtsrats. Das Kontrollgremium wählte den Vorstandsvorsitzenden des Duisburger Familienkonzerns Haniel zu seinem Vorsitzenden.

Der 56 Jahre alte Kluge ist Nachfolger von Franz Markus Haniel, der sein Amt zum Ende der Hauptversammlung niederlegte.

In Düsseldorf äußerte sich Vorstandschef Eckhard Cordes auch zur Zukunft von Kaufhof. Metro werde die Warenhaustochter zum richtigen Zeitpunkt nur zu einem angemessenen Preis abgeben, betonte Cordes. Ein Verkauf habe keine Eile. "Wir sind derzeit nicht in konkreten Preisverhandlungen mit irgendeiner Partei".

Ende März kündigte Cordes an, dass Metro Kaufhof noch noch in diesem Jahr verkaufen wolle. Ein angemessener Preis für das Warenhaus liege derzeit bei zwei bis drei Milliarden Euro, sagte dann der Metro-Vorstandschef vor wenigen Tagen.

Vor zwei Jahren hatte Metro die Warenhaustochter mit ihren 141 Filialen in Deutschland und Belgien zum Verkauf gestellt. Durch die Krise kam der Prozess ins Stocken.

Der Handelsriese sieht die Warenhäuser nicht mehr als Kerngeschäft, weil der Bereich anders als die Sparten Großhandel sowie die Elektronikfachmärkte nicht internationalisiert werden könne.

Metro legt im ersten Quartal zu

Im vergangenen Jahr hatte Cordes vergeblich den Versuch unternommen, Galeria Kauhof mit großen Teilen der insolventen Karstadt-Warenhäuser zusammen zu bringen. Metro möchte den Kaufhof gerne als Ganzes verkaufen, würde sich aber auch einer anderen Konstruktion nicht versperren.

Für eine Übergangszeit würde der Konzern auch eine Minderheitsbeteiligung behalten, sagte Cordes, der von vielen Aktionären Lob für die Entwicklung des Unternehmens erntete.

Nach Einschätzung des Vorstandschefs hat Metro inzwischen das Schlimmste der Wirtschaftskrise hinter sich und peilt in diesem Jahr ein betriebliches Ergebnis auf dem Niveau von vor der Krise an. Schon im ersten Quartal 2010 habe Metro auf den Wachstumspfad zurückgefunden. Mittelfristig will der Konzern das Ergebnis vor Zinsen und Steuern um mehr als zehn Prozent steigern.