Eine Milliarde Euro will der neue Kaufhof-Eigentümer Hudson's Bay Company in die Hand nehmen, um die Warenhäuser zu modernisieren. Bereits in wenigen Tagen soll es losgehen.

Der Handelskonzern Hudson's Bay Company (HBC) hat sein Konzept für Kaufhof bekanntgegeben. Das kanadische Unternehmen will in den kommenden fünf bis sieben Jahren eine Milliarde Euro in die Modernisierung der Kaufhof-Filialen und in den Onlinehandel stecken, kündigte HBC-Chef Jerry Storch in mehreren deutschen Medien an.

Bereits in wenigen Tagen beginne der Umbau im laufenden Betrieb in den Warenhäusern in Stuttgart, Düsseldorf und Frankfurt, schreibt das "Handelsblatt". Allein der Umbau in Düsseldorf soll demnach 30 Millionen Euro kosten.

Schnäppchenjagd in der Innenstadt

Doch das ist nicht alles: Die Schnäppchenlust der Deutschen soll zum Wachstumsmotor für Kaufhof werden. Storch setzt auf ein Konzept, mit dem HBC bereits in den USA sehr erfolgreich ist: In den kommenden Jahren will das Traditionsunternehmen bis zu 40 Edel-Outlets der in den USA sehr erfolgreichen Marke Saks Off Fifth in deutschen Innenstädten eröffnen.

Kaufhof erhofft sich gute Geschäfte. "Die Leute lieben Schnäppchen", zeigte sich der HBC-Chef Jerry Storch, überzeugt. "Wir glauben, dass das Geschäft mit Outlets in Deutschland noch ganz am Anfang steht".

Kommt Saks Fifth Avenue nach Deutschland?

Noch nicht entschieden ist, ob die neuen Kaufhof-Outlets in den Warenhäusern Platz finden, oder als eigene Läden eröffnet werden. Man werde wohl beides ausprobieren, heißt es bei Kaufhof.

Storch bestätigte, was Kaufhof-Chef Olivier Van den Bossche vor kurzem angekündigt hatte: Ableger des Nobelkaufhauses Saks Fifth Avenue könnten nach Deutschland kommen.  Laut Storch sind zwar keine eigenen Warenhäuser geplant, nachgedacht werde jedoch darüber, dafür eine Etage in einem der Flaggschiff-Läden von Kaufhof freizuräumen.

"Wir bedienen den High-End-Outlet-Markt

Von den Konkurrenten sollen sich die Kaufhof-Outlets allerdings durch ihre Ausrichtung abheben. "Viele Konkurrenten bedienen eher den Massenmarkt. Wir werden den High-End-Outlet-Markt bedienen", erklärt Storch.

Handelsexperte Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU warnt allerdings vor einem allzu edlen Ambiente in den Billigshops: "Das darf nicht zu schick aussehen", sagte der Wirtschaftsprofessor. Grundsätzlich sei ein solches Angebot in den Innenstädten jedoch für viele Verbraucher attraktiv, auch wenn die Kleiderschränke längst voll seien.

Joachim Stumpf, Geschäftsführer der Münchner Handelsberatung BBE, sieht in Deutschland noch ein großes Potenzial für weitere Outlets. "Der Höhepunkt des Wachstums ist noch nicht erreicht. Die Outlet-Dichte ist in Deutschland noch gering", sagte er.

Ein Vorteil für Kaufhof seien die bereits vorhandenen Warenhausstandorte in den Innenstädten. Der Neubau von Outlets auf der grünen Wiese scheitere dagegen häufig an fehlenden baurechtlichen Genehmigungen. Zusätzliche Umsätze seien durch Outlets jedoch nicht zu erwarten. "Das ist ein reiner Verdrängungswettbewerb. Der Umsatz fehlt woanders", betonte Stumpf.