Kaufhof will längere Arbeitszeiten für die Beschäftigten durchsetzen - und bietet dafür Jobgarantie und Erfolgsbeteiligung. Die Gewerkschaft ist empört.

Im Rahmen eines "Angebots für Beschäftigungssischerung" plant Kaufhof eine Ausweitung der Wochenarbeitszeiten für die rund 21.000 Beschäftigten auf bis zu 42 Stunden. Eine entsprechende Forderung hat die Unternehmensleitung gegenüber dem Gesamtbetriebsrat und Gewerkschaftsvertretern aufgestellt.

Als Gegenleistung bietet der Warenhausbetreiber eine Jobgarantie bis Ende 2013 und eine Erfolgsbeteiligung, die sich bei Mitarbeitern auf der Fläche am Umsatzzuwachs orientieren würde. Zudem verspricht das Unternehmen, eine Ausbildungsquote von 10 Prozent der Belegschaft einzuhalten und jedes Jahr 70 Prozent der Azubis zu übernehmen.

"Mit der Verlängerung der Arbeitszeiten wollen wir mehr Servicequalität auf der Fläche erreichen", sagte eine Unternehmenssprecherin gegenüber derhandel.de. Sie betont, dass jeder Mitarbeiter das Angebot der Unternehmensleitung annehmen kann - oder auch nicht.

Verdi: "Kaufhof soll aufgehübscht werden"

Die Gewerkschaft Verdi geht auf die Barrikaden: "Das ist eine Lohnsenkung durch die Hintertür und vollkommen inakzeptabel", kritisiert die stellvertretende Vorsitzende Margret Mönig-Raane die vorgestellte Maßnahme. Der Vorschlag sei "ebenso unverfroren wie unverständlich".

Mit der Arbeitszeitverlängerung wolle die Warenhaus-Tochter der Metro Group AG Personalkosten senken, um für den geplanten Verkauf an einen Investor "aufgehübscht" zu werden, sagte Mönig-Raane.

Die von der Unternehmensführung in Aussicht gestellte verbesserte Ausbildungs- und Übernahmequote diene nur dem Zweck, den Beschäftigten "Sand in die Augen zu streuen", sagte die Verdi-Vizechefin.

Die Metro Group hat die Absicht verkündet, Kaufhof abzustoßen. Spekuliert wird auch über eine mögliche Zusammenführung der Warenhausunternehmen von Karstadt und Kaufhof.