Das Konsumklima muss zum Jahresende 2009 nun doch leichte Einbußen hinnehmen. Die gute Nachricht: Die befürchtete Delle nach der Abwrackprämie ist ausgeblieben, meldet die GfK.

Die Konjunkturerwartungen der Deutschen im November sind nach einem siebenmonatigen Anstieg erstmals wieder gesunken. Die GfK, die das Konsumklima regelmäßig misst, begründet dies mit der zunehmenden Angst der Bevölkerung vor steigender Arbeitslosigkeit.

In deren Sog geben klassischerweise auch die Einkommensaussichten nach – „zumal die kaufkraftstärkende Wirkung niedriger Energiepreise zunehmend schwindet“, schreiben die Konsumforscher. Dagegen könne sich die Konsumneigung auch ohne die „Abwrackprämie“ weiter auf ihrem guten Niveau behaupten.

Prognose verhalten

Der Gesamtindikator prognostiziert für Dezember einen Wert von 3,7 Punkten nach 4,0 Zählern im November. Damit müsste das Konsumklima zum zweiten Mal in Folge einen Rückgang hinnehmen. „Diese Entwicklung ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass der private Konsum in diesem Jahr die wesentliche Stütze der Konjunktur bleiben wird“, heißt es in der Pressemitteilung der GfK.

Denn bei den Investitionen sowie den Exporten werde am Jahresende aufgrund der schweren Rezession ein dickes Minus stehen: „Diese stabile Konsumneigung kann im bevorstehenden Weihnachtsgeschäft für eine positive Überraschung sorgen, zumal der Handel mit preislich attraktiven Angeboten aufwarten wird.“

Experten optimistisch, Verbraucher vorsichtiger

Während viele Experten davon ausgehen, dass die Konjunktur in den kommenden Monaten Fahrt aufnimmt, scheinen die Verbraucher diese Aussagen derzeit vorsichtiger zu bewerten: Der Indikator büßt im November knapp acht Punkte im Vergleich zum Vormonat ein und weist einen Wert von 0,9 Zählern auf. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat weist die Konjunkturstimmung dem Indikator zufolge jedoch ein deutliches Plus von 31 Punkten auf.

Die deutschen Konsumenten gehen den Forschern zufolge daher nach wie vor davon aus, dass sich der konjunkturelle Erholungsprozess im kommenden Jahr fortsetzen wird. Dies belege sowohl der ifo-Geschäftsklimaindex, der im November unerwartet stark gestiegen ist, als auch die aktuelle Prognose des Sachverständigenrats: Er geht nach einem Einbruch um 5 Prozent in diesem Jahr von einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) 2010 von 1,6 Prozent aus.

Bereits im dritten Quartal dieses Jahres legte das BIP um 0,7 Prozent gegenüber der Vorperiode zu. Doch das hat nicht unbedingt was mit der für den Einzelhandel wichtigen Binnenkonjunktur zu tun: „Die Exportnation Deutschland dürfte vor allem von den verbesserten Aussichten für den Welthandel profitieren“, so die GfK.

Arbeitsmarkt weniger dramatisch?

Doch wer exportiert, muss auch produzieren – und somit Menschen beschäftigen. Daher nährt „dieses optimistische Szenario die Aussichten, dass sich der Arbeitsmarkt möglicherweise weniger dramatisch entwickeln wird als noch vor einigen Monaten prognostiziert“, so die GfK. „Bisher zeigt er sich noch erstaunlich robust“, heißt es in der Pressemitteilung.

Doch in den kommenden Monaten müsse mit einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit gerechnet werden: „Nach den Vorhersagen des Sachverständigenrats werden im Jahr 2010 durchschnittlich etwa vier Millionen Menschen ohne Job sein. Das sind 600.000 mehr als in diesem Jahr.“

Einkommenserwartung gesunken

Nachdem die Einkommenserwartung im Oktober bereits leicht zurückging, musste der Indikator in diesem Monat etwas stärkere Einbußen hinnehmen. Er verliert 6,7 Zähler und weist nun 6,2 Punkte auf. Der erneute Verlust beendet zumindest vorerst den Aufwärtstrend, der seit Anfang 2009 zu verzeichnen war: Allerdings liege der Indikator im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat noch gut 13 Punkte höher.

Für diesen Dämpfer machen die Konsumforscher zum einen die aktuell leicht zurückgehenden Konjunkturerwartungen verantwortlich. Folglich zeigten sich mehr Verbraucher zurückhaltend, was ihre Einkommensaussichten angeht.

Hinzu komme, dass die Energiepreise zuletzt wieder deutlich angestiegen sind. Mitte Oktober überstieg der Rohölpreis seinen entsprechenden Vorjahreswert. „Für die Konsumenten entfällt somit dieser kaufkraftstärkende Stimulus auf ihre Einkommensaussichten, die momentan durch den massiven Preiswettbewerb im Lebensmitteleinzelhandel jedoch zumindest teilweise kompensiert werden.“

Anschaffungsneigung stabilisiert sich

Nach den Verlusten im Vormonat kann sich die Anschaffungsneigung im November dieses Jahres jedoch wieder stabilisieren. Der Indikator legt minimal um 0,2 Punkte zu und weist nun 26,3 Punkte auf. Damit widersetzt sich die Konsumneigung den Entwicklungen bei Konjunktur- und Einkommenserwartung und der Indikator hält sein „überaus gutes Niveau“. Im Vorjahresvergleich kann dieser immerhin ein Plus von 33 Punkten verzeichnen.

Das Fazit der GfK: „Das Auslaufen der Abwrackprämie im September dieses Jahres beeinträchtigt offenbar die Konsumneigung nicht nachhaltig.“ Dazu trage sicherlich auch bei, dass die Autohändler derzeit versuchen, die Kauflust der Verbraucher mit verstärkten Rabatten aufrechtzuerhalten.