Die Metro-Tochter Kaufhof will laut einem Pressebericht die 121 Warenhäuser von Karstadt übernehmen. Arcandor für Gespräche "auf Augenhöhe" bereit.

Nach Angaben der Zeitung "Bild am Sonntag" hat Metro-Chef Eckhard Cordes in der vorigen Woche an Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) geschrieben. Die Gruppe sei laut Cordes "zu umfassenden und konstruktiven Gesprächen für eine privatwirtschaftliche Lösung für die Zukunftssicherung der Karstadt-Häuser bereit, die auch eine Zusammenarbeit und einen möglichen Zusammenschluss von Karstadt und Galeria Kaufhof beinhaltet".

Metro und Arcandor wollten sich nicht zu dem Bericht äußern. Auf der Metro-Hauptversammlung am vergangenen Mittwoch hatte der Chef von Deutschlands größtem Handelskonzern noch jeder Spekulation über einen Zusammenschluss von Kaufhof und Karstadt eine Absage erteilt.

Renaissance der "Deutschen Warenhaus AG"?

Karstadt unterhält zurzeit 121 Filialen in Deutschland. Die insgesamt 247 Warenhäuser von Karstadt und Kaufhof sollten nach den Spekulationen in einer „Deutschen Warenhaus AG" zusammengeführt werden, schrieb die Bild am Sonntag - eine Idee, über die in der Vergangenheit bereits mehrfach spekuliert wurde.

An der AG könnten sich mit je knapp 50 Prozent die Metro-Gruppe und die Vermieter der Warenhaus-Immobilien beteiligen. Den Rest würden Banken übernehmen.

"Gespräche auf Augenhöhe"

Nach einer ersten Bestandsaufnahme sehe Cordes „die Möglichkeit, die Mehrheit der Karstadt-Häuser und damit einen großen Teil der Arbeitsplätze zu erhalten", so die Bild am Sonntag.

Metro wolle nach diesen Informationen allerdings nur das operative Geschäft von Karstadt übernehmen, nicht aber die Konzernzentrale in Essen und deren Mitarbeiter. Cordes werde seinen Plan in naher Zukunft Guttenberg persönlich erläutern, heißt es in der Zeitung.

Arcandor erklärte sich prinzipiell zu „Gesprächen auf Augenhöhe" bereit. Der Essener Handelskonzern meldete jedoch Zweifel am Sinn eines Zusammenschlusses an. Es entstünden „Monopol-Strukturen", sagte der Arcandor-Sprecher gegenüber dpa. Er fügte hinzu: „Es wäre wünschenswert, wenn Gespräche über unsere Geschäfte zuerst mit uns geführt würden."