Wie kaufen die Kunden online ein und welche aktuellen Trends gibt es? Das wollte ibi research wissen und hat Konsumenten zu ihrem "Einkaufsverhalten im digitalen Zeitalter" befragt.

Gut aussehen und mit angelesenem Wissen beeindrucken: Wenn man genauer schaut, was die Konsumenten im Netz am liebsten kaufen, sind es Sachen zum Anziehen und zum Lesen. Laut einer Studie über das „Einkaufsverhalten im digitalen Zeitalter“ des Forschungsinstitut ibi research an der Universität Regensburg im Projekt E-Commerce-Leitfaden wird die Produktkategorie Kleidung und Schuhe mit 30 Prozent Anteil an den gesamten Online-Ausgaben besonders gerne im Netz gekauft. Darauf folgen die Kategorien Bücher, Musik, Filme und Videospiele mit 29 Prozent, Unterhaltungselektronik mit 21 Prozent und Haushaltsgeräte mit 15 Prozent. Die Ausgaben für Gesundheit und Kosmetik haben demnach im Internet einen Anteil von 14 Prozent.

Produktkategorien
© ibi research/E-Commerce-Leitfaden
Produktkategorien
Im Durchschnitt kauften Onlinekunden demnach in den vergangenen 12 Monaten bei 6 verschiedenen Onlineshops oder Marktplätzen, davon bei 3 unterschiedlichen Webshops regelmäßig, also mindestens dreimal pro Jahr. War der Shop für den Befragten neu, kaufte er dort durchschnittlich nur zweimal ein. Demnach sind dem Kunden für den Erst- wie auch dem Wiederholungskauf vor allem die Versandkosten und das Angebot an Bezahlverfahren wichtig.
Kriterien Onlienshop
© ibi research/E-Commerce-Leitfaden
Kriterien Onlienshop
Und wenig überraschend ist Amazon das Maß aller Dinge: 85 Prozent der Befragten haben schon einmal bei Amazon bestellt, bei eBay sind es 71 Prozent.  Aber auch gut jede 3. Produktsuche für einen Onlinekauf startet bei dem weltgrößten Onlinehändler – und zwar über alle Produktkategorien hinweg. Und das vielbeschworene Thema Beratungsklau ist laut dieser Studie erschreckend aktuell: Mit 19 Prozent recherchiert knapp jeder 5. Konsument zuerst in einem stationären Geschäft, bevor er dann online kauft. 15 Prozent suchen Kaufinformationen bei Google, 12 Prozent direkt in einem Onlineshop und 9 Prozent der Produktsuchen beginnen sowohl bei eBay als auch auf Preisvergleichsportalen.
Recherche
© ibi research/E-Commerce-Leitfaden
Recherche
Immerhin 86 Prozent der Befragten, die im stationären Geschäft nach verschiedenen Produkten recherchieren, kaufen sie dann auch dort. Doch drei von vier Konsumenten, die bei Amazon suchen, erstehen sie dann auch bei Amazon.
Kunden und Amazon
© ibi research/E-Commerce-Leitfaden
Kunden und Amazon

Insgesamt beeinflussen Soziale Medien das Einkaufsverhalten der Befragten nur geringfügig. 23 Prozent gaben an, dass YouTube ihr Einkaufsverhalten sehr stark oder stark beeinflusst, gefolgt von Facebook (22 Prozent), Instagram (15 Prozent), Pinterest (14 Prozent), Google Plus (12 Prozent), Snapchat (11 Prozent) und Twitter (11 Prozent).

Sieht man sich diese Werte jedoch bei denjenigen an, die jünger als 30 Jahre sind, zeigt sich ein anderes Bild. In dieser Gruppe gaben 41 Prozent an, dass YouTube ihr Einkaufsverhalten sehr stark oder stark beeinflusst. Auch bei allen anderen Social-Media-Kanälen sind die Werte bei der jüngeren Generation deutlich höher: Facebook (40 Prozent), Instagram (31 Prozent), Pinterest (28 Prozent), Snapchat(21 Prozent), Twitter (18 Prozent) und Google Plus (17 Prozent).
Social Media bedeutung
© ibi research/E-Commerce-Leitfaden
Social Media bedeutung

Vier von zehn Onlinekunden haben demnach in den vergangenen 12 Monaten bei einem ausländischen Händler bestellt, entweder direkt oder über einen Onlinemarktplatz. An erster Stelle steht dabei China mit 35 Prozent, gefolgt von Großbritannien mit 28 Prozent und USA mit 20 Prozent. Als Gründe für den Auslandskauf nannten Zweidrittel die Warenverfügbarkeit, jeder zweite gab an, dass der günstigere Preis ausschlaggebend war.
Was die Frage angeht, welche Innovationen oder Dienstleistungen die Befragten in Zukunft für wichtig finden, nennt knapp jeder 2. Befragte den interaktiven Spiegel. Dahinter folgen kassenlose Geschäfte und Virtual Reality mit jeweils 45 Prozent, Smart-Home-Anwendungen mit 42 Prozent sowie Augmented Reality mit 39 Prozent. Digitale Sprachassistenten spielen für 35 Prozent in Zukunft eine Rolle, Chatbots für 32 Prozent und Dash Buttons für 28 Prozent.

„Die Verbraucher haben sich an die Vorteile des Onlinehandels wie große Produktsortimente, günstige Preise und die Bequemlichkeit gewöhnt. Sie erwarten diese auch zunehmend von stationären Geschäften, die dies nur bedingt erfüllen können“, heißt es in der Studie.

Daher kann man es nicht oft genug wiederholen: Stationäre Händler müssen erfinderisch sein, um die Kunden in den Laden zu locken. 40 Prozent der Befragten gaben nämlich an, dass sie in Zukunft seltener zum Einkaufen in die Stadt gehen werden. Da kann man nur hoffen, dass es für viele noch nicht zu spät ist.

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