Opel kämpft mit Absatzproblemen. Mit dem Insignia soll eine "Produkt-Sonderkonjunktur" eingeläutet werden, sagt General Motors-Europachef Carl-Peter Forster zu Der Handel.

General Motors-Europachef Carl-Peter Forster. Foto: Opel
General Motors-Europachef Carl-Peter Forster. Foto: Opel
Herr Forster, wie wirkt sich die aktuelle Finanzkrise auf Ihr Unternehmen aus?


Der deutsche Bürger hat ein diffuses Gefühl, dass er jetzt in schwierigen Zeiten sein Geld zusammenhalten sollte. Die Verunsicherung der Kunden wirkt sich von Segment zu Segment unterschiedlich aus. Wir stellen aber bereits seit einigen Monaten fest, dass die Zahl der Auftragseingänge fällt.

Sie drosseln in einigen Werken die Produktion. Ist das die Reaktion auf die Krise?


Diese Maßnahme hat nicht unmittelbar etwas mit der Bankenkrise zu tun. Es ist eher Zufall, dass dies zeitlich zusammenfällt. Wir mussten, wie andere Hersteller auch, mit Blick auf die prognostizierten Absatzzahlen im vierten Quartal eine logistische Entscheidung treffen.

Für Opel wurde im vergangenen Jahr ein Neun-Milliarden-Euro-Investitionspaket geschnürt. Halten Sie daran fest?


Die Investitionen von General Motors in die Marke Opel stehen. Es wird kein Projekt wegfallen, aber wir werden für das eine oder andere den Zeitablauf ändern, um auf die Veränderungen am Markt zu reagieren.

Sind die Entwicklungskosten für den Insignia bereits enthalten?

Gehen Sie von Entwicklungskosten für den Insignia von einer Milliarde plus aus. Diese sind in dem Paket enthalten.

Die Opel-Händler sollen ihre Showrooms bis spätestens 2010 auf ein neues Erscheinungsbild umstellen. Das ist mit hohen Investitionen verbunden.

Wir werden unsere Partner nicht zwingen und haben die Umstellung zeitlich gestreckt.

Foto: Opel
Foto: Opel
Welche Erwartungen knüpfen Sie an den Insignia?


Zunächst einmal: Der Insignia ist kein Rettungsauto! Wir bauen Marke und Portfolio systematisch auf - und wir verfügen über drei ganz wichtige Baureihen. Aber keine Frage, der Insignia ist natürlich ein wichtiger Schritt, er gibt das Statement für Opel ab  - und bei unserem Top-Modell haben wir uns natürlich besonders viel Mühe gegeben.

Welche Rolle spielt das Fahrzeug in der Flotte?


Wir haben uns von Volumen "auf Teufel komm raus" verabschiedet und setzen auch im Flottengeschäft auf vernünftige Margen. Ein Geschäftswagen muss ja kein reines Zweckauto sein. Der Insignia ist sicher, komfortabel, sparsam und bietet Fahrspaß.

Die Prognosen für 2009 sind düster. Wo sehen Sie Perspektiven für die Händler?


Bei Opel und auch bei Saab beginnt jetzt eine Produkt-Sonderkonjunktur. Wir präsentieren in den nächsten drei Jahren viele neue Modelle - und der Insignia setzt dafür den Maßstab.

Das Interview mit Carl-Peter Forster wurde Ende Oktober geführt.

Interview: Bernd Nusser