Nach einer Studie von Gartner leidet Europa nicht unter dem gleichen dot-com-Einbruch wie die USA. Eine Rezession stehe nicht unmittelbar bevor. Ein Grund dafür sei, dass die dot-com-Kapitalmärkte die Wirtschaft nie dominiert hätten.

Nach einer Studie von Gartner leidet Europa nicht unter dem gleichen dot-com-Einbruch wie die USA. Eine Rezession stehe nicht unmittelbar bevor. Ein Grund dafür sei, dass die dot-com-Kapitalmärkte die Wirtschaft nie dominiert hätten.

In der zur Studie gehörenden Umfrage kam zum Vorschein, dass 95 % der Organisationen in der europäischen Kundenbasis glauben, dass der Trend zu virtueller Arbeit ihre Industrie beeinflussen wird. Allerdings warnt Alexander Dobrik, Vice President bei Gartner: „Es reicht jedoch nicht aus, einfach nur virtueller zu werden oder hier und dort ein dot.com anzufügen, um aus dieser Gelegenheit Kapital zu schlagen. Europäische Organisationen müssen einen Blick auf ihre Netzstrategie werfen und Geschäftsmodelle, Geschäftsabläufe und den Nutzen von Geschäftspartnern erneut überprüfen.“

Europäische Unternehmen hätten die große Chance, von den Fehlern in den USA zu lernen und die amerikanischen Kollegen beim Einsatz digitaler Kommunikation einzuholen. Dazu schlägt Gartner ein Konzept der Net Liberated Organisation (NLO) vor, das die organisatorischen Strukturen in einem Unternehmen betrifft. Die NLO beschreibt, wie sich Unternehmen über ein Geflecht von Partnerschaften, die das Internet und andere Formen digitaler Kommunikation in die DNA eines Unternehmens eingliedern, auf ihre Kernkompetenzen fokussieren und gleichzeitig andere Funktionen strategisch von Geschäftspartnern und Service Providern beziehen können. Durch die Nutzung physikalischer und digitaler Vermögenswerte könnten Unternehmen die Betriebskosten um 15 bis 40 % senken und den Gewinn pro Aktie bis 2006 um 30 bis 80 % steigern.

Gartner sagt voraus, dass Organisationen im Laufe der nächsten fünf Jahre ihr Geschäft mit einer Schnelligkeit in einer Art und Weise umgestalten werden, die von ihren Service Providern mehr als je zuvor erfordert. 73 % der befragten Organisationen glauben, dass ihre externen Interaktionen im Laufe der nächsten drei Jahre zunehmen werden. 58 % meinen, dass traditionelle Service Provider ihren Bedürfnissen für laufende Geschäftsprozesse genügen werden. Strategisches Sourcing ist die neue entscheidende Kompetenz, um das Gleichgewicht zwischen Kernkompetenzen und Partnerschaften in der NLO zu verwalten.

Bevor allerdings europäische Organisationen von den Vorteilen der NLO voll profitieren könnten, sei ein Umdenken erforderlich. Ein Hinderungsgrund in puncto Fortschritt sei der Mangel an Geschäfts-, Menschen- und Managementerfahrung beim Handeln in einer vernetzten Welt. Eine schrittweise Veränderung des Relationship-Managements sei erforderlich. Gartner empfiehlt folgende Aktionen, um die Unternehmensleistung durch NLO zu verbessern:
- Einbindung aller Aspekte des Netzes in die Geschäftsstrategie,
- Schließung der Erfahrungslücken,
- Nutzung der besten IT,
- Ausbau und Erhalt einer lebendigen Sourcing-Strategie. (AP)


FIRMENPROFIL:

Gartner will seinen Kunden helfen, Geschäftsziele durch den Einsatz intelligenter und effizienter Technologien zu erreichen. Zusätzlich werden Unternehmen bei der Identifizierung und Maximierung von Marktchancen unterstützt. Gartner ist aufgeteilt in die Forschungs- und Beratereinheit Gartner Research, die Kundenberatung Gartner Services und Gartner Events, zu denen die bekannten Symposien gehören. Die Gründung des Unternehmens fand im Jahre 1979 statt. Hauptsitz ist Stamford, Connecticut/USA. Gartner beschäftigt in über 80 Niederlassungen weltweit 4.600 Mitarbeiter, zu denen 1.400 Berater und Analysten gehören.


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