Eine gute Idee ist geplatzt. Der frühere Arcandor-Chef Eick wollte Millionen Euro an notleidende Mitarbeiter stiften. Daraus wird nun nichts. Stattdessen profiteren drei andere Stiftungen.

Die ehemaligen Mitarbeiter des insolventen Arcandor-Konzerns können nach Informationen der Tageszeitung "Die Welt" nicht von Millionen des früheren Vorstandschefs Karl-Gerhard Eick profitieren.

Das Blatt schreibt in seiner Mittwochausgabe unter Berufung auf das Umfeld des Managers, dass die Gründung einer Stiftung geplatzt ist. Eick hatte im Januar in einem Brief an den Insolvenzverwalter und die Mitarbeitervertreter versprochen, rund ein Drittel seines Arcandor-Gehaltes von 15 Millionen Euro für die Weiterbildung und Existenzgründung von Konzernmitarbeitern einzusetzen.

Durch die Insolvenz im Juni vergangenen Jahres hatten Tausende Menschen ihren Job verloren. Für die Arcandor-Tochter Karstadt gibt es mit dem Finanzinvestor Triton einen potenziellen Käufer.

Nun profitieren drei andere Stiftungen

Eine Stiftung mit der Beschränkung auf ehemalige Arcandor-Mitarbeiter sei nicht zulässig, hieß es. Betriebsratschef Hellmut Patzelt reagierte enttäuscht: "Wir könnten das Geld von Herrn Eick sehr gut für die Transfergesellschaft für entlassene Mitarbeiter gebrauchen", sagte er der Zeitung.

Wie es heißt, spendet der Manager stattdessen an drei andere Organisationen, unter anderem die 2008 gegründete Eheleute Dr. Hans-Joachim und Mathilde-Lock-Stiftung am Arcandor-Sitz Essen. Sie gibt als Stiftungszweck die Förderung mildtätiger Zwecke durch die Unterstützung unverschuldet in Not geratener und hilfsbedürftiger Menschen in der Stadt Essen an.

Die anderen Stiftungen mit ähnlicher Zielsetzung befinden sich in Stuttgart und Jena. Für das erste Quartal dieses Jahres sollen zunächst 150.000 Euro fließen.

Selbst Merkel war verärgert

Eick war im September 2009 nach nur sechsmonatiger Tätigkeit bei Arcandor ausgeschieden. In seinem Arbeitsvertrag hatte ihm der damalige Großaktionär Sal. Oppenheim ein Gehalt von rund 15 Millionen Euro für die Laufzeit von fünf Jahren garantiert, selbst für den Fall der Insolvenz.

Sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisierte damals diesen Vertrag.