Die bevorstehende Fachmesse OutDoor in Friedrichshafen beweist: Der Markt für Wander- und Campingartikel wächst unaufhörlich. Die Veranstaltung am Bodensee ist ausgebucht.

In kaum einem Segment der Sportartikelbranche werden seit Jahren solche Zuwachsraten erzielt wie beim Handel bei Outdoor-Artikeln. Deutschland ist dabei der wichtigste Markt in Europa (1,62 Milliarden Euro Umsatz allein im Jahr 2007), "und ein Ende des Booms scheint nicht in Sicht", lautet die Erkenntnis der Studie "Der Outdoor-Markt - Motor der Sportbranche" der Unternehmensberatung BBW Dr. Vossen aus Neuss.

Torsten Fischer, stellvertretender Marketingleiter des Outdoor-Händlers Globetrotter, sagte einmal zu Der Handel. "Die zunehmende Technisierung des Alltags weckt in immer mehr Menschen den Wunsch nach Natur und Abenteuer. Themen wie Wandern gelten auch bei jüngeren Leuten nicht mehr als angestaubt."

Trend zur Natur und Heimaturlaub

Daran ändert auch die aktuelle Wirtschaftskrise nichts. Wenn am Donnerstag in Friedrichshafen die 16. Fachmesse OutDoor (bis 19. Juli) beginnt, dann treffen sich dort Unternehmen und Fachhändler, die "von der allgemeinen Krise nicht betroffen sind", wie Mark Held, Geschäftsführer des Branchenverbandes European Outdoor Group (EOG) sagt.

Als Grund führt Held unter anderem den Trend zum Naturerlebnis an. "Viele Familien sagen sich: Warum sollen wir mit dem Flugzeug nach Spanien fliegen, warum machen wir nicht einen Campingurlaub in Deutschland?"

Erlöse gestiegen

Zu der Messe in Friedrichshafen, zu der nur Fachhändler Zutritt haben, kommen 810 Aussteller aus 38 Ländern. Das neue erweiterte Messegelände ist ausgebucht. Auch wegen der starken Nachfrage der Outdoor-Aussteller hat der Messeveranstalter zwei neue Hallen gebaut und verfügt jetzt über zwölf Hallen und insgesamt 85.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche.

Zwar liegen derzeit keine exakten Zahlen für den europäischen Branchenumsatz 2008 vor, doch die EOG schätzt, dass die Erlöse nach 5,67 Milliarden Euro im Jahr 2007 im Vorjahr um etwa 2,5 bis 3 Prozent gestiegen sind. Einzelne Outdoor-Firmen haben sogar Zuwächse im zweistelligen Bereich erzielt, sagt Verbandschef Held.

Leicht muss es sein

In Friedrichshafen werden etwa Zelte, Stöcke und Kajaks gezeigt, sowie Zubehör vom elektronischen Navigationsgerät bis hin zum Kocher und Rucksack. Den Löwenanteil der Aussteller machen allerdings die Produzenten von Textilien und Bekleidung aus. Bei den Jacken, der Funktionswäsche und den Hosen steht vor allem das (geringe) Gewicht im Mittelpunkt.

Leichtigkeit ist heute ein Kernthema bei Funktionsbekleidung. Die Hightech-Textilien müssen vor allem kühlen und atmen. Dabei werden immer mehr Recyclingmaterialien benutzt. Ein Hersteller präsentiert in Friedrichshafen ein komplettes Bekleidungsset inklusive Rucksack mit einem Gewicht von 1,5 Kilogramm.

Wanderschuhe für den Alltag

Bei den Schuhen lauten die Schlagworte Multifunktionalität und ebenfalls leichtes Gewicht. Der reine Berg- und Wanderschuh ist vom Allroundschuh auf Platz zwei abgedrängt worden.

Einige Schuhhersteller werden auf der OutDoor Sohlen mit verbessertem Abrollverhalten und großflächigeren Auftritt zeigen - das bietet mehr Trittsicherheit auf unebenen Wegen.