Der Parfümerieeinzelhandel hat auch 2009 ein Umsatzminus zu beklagen. 2010 wird vermutlich nicht besser - und daran sind Wetter und WM schuld.

Nicht so wie erhofft, aber ein bisschen besser als erwartet: Der deutsche Parfümerieeinzelhandel hat das Jahr 2009 mit einem Minus von 1,6 Prozent beendet. „Angesichts des vom statistischen Bundesamt prognostizierten Rückgangs der realen Wirtschaftsleistung um 5 Prozent erscheint diese Zahl noch als vergleichsweise gut“, sagt Reinhard D. Wolf, Präsident des Bundesverband Parfümerien.

Doch damit hört der Optimismus des Branchenvertreters auch schon auf. Denn das für die Parfümerien wichtige Weihnachtsgeschäft verlief mit einem Umsatzrückgang von 1,1 Prozent zum ebenfalls schon nicht so guten Jahr 2008 "enttäuschend". Schuld daran war unter anderem das Wetter: "Das Weihnachtsgeschäft begann wie im Vorjahr sehr spät und wichtige Verkaufstage wie Nikolaus fielen Buchstäblich ins Wasser", klagt Wolf.

Damendüfte und Herrenkosmetik schwächeln

Nach einem Umsatzrückgang von 0,3 Prozent im Jahr 2008 ging der Umsatz bei den Damendüften 2009 sogar um ein Prozent zurück. Schlimmer noch war der Rückgang bei der Herrenkosmetik: Mit einem Minus von 4,3 Prozent „brachen die Umsätze regelrecht ein“, berichtet Wolf. Schon im Vorjahr betrug der Rückgang 1,2 Prozent. „Preiserhöhungen und das zunehmend breitere Angebot im Massenmarkt führen hier offensichtlich zu einer beschleunigten Abwanderung in billigere Vertriebsformen,“ erklärt sich der Verbandspräsident den Rückgang.

Auch auf den "Umsatzrenner" pflegende Kosmetik können sich die Einzelhändler offenbar nicht mehr verlassen: „Während dieser Bereich den Branchenumsatz 2008 mit einem Plus von 0,6 Prozent noch maßgeblich stützte, rutschte er mit einem Minus von 1,4 Prozent deutlich in die roten Zahlen.“

Die Dekorative Kosmetik zeige sich hingegen erstaunlich stabil: „Zwar steht auch hier ein Minus vor der Zahl, allerdings fällt es mit nur 0,3 Prozent noch vergleichbar moderat aus“, sagt Wolf.

Wetter und WM schaden dem Branchenumsatz

Was die Zukunftsaussichten angeht, ist der Verbandspräsident hingegen nicht besonders optimistisch: Zum einen mache den Parfümerien der vergleichsweise starke Winter zu schaffen. Zum anderen fürchtet die Branche die Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer: „Die letzte Veranstaltung 2006 hatte vor allem in den Innenstädten zu leeren Fußgängerzonen geführt und so Umsatz gekostet“, erläutert Wolf. Da die diesjährige WM zwar nicht im eigenen Land, aber doch in der gleichen Zeitzone stattfinde, seien vergleichbare Effekte nicht völlig von der Hand zu weisen.

Doch einen klitzekleinen Lichtblick gibt es doch noch für die Händler. Denn „Das Jahr wird über zwei Verkaufstage mehr verfügen als das vergangene.“