Die staatliche Förderbank KfW bessert ihr Sonderprogramm nach: Schnellere Bereitstellung von Liquidität, längere Laufzeiten und flexiblere Zinsbindungen sollen den Mittelstand stützen.

Im Nachgang zum Wirtschaftsgipfel im Kanzleramt am 2. Dezember hat die KfW zusammen mit der Bundesregierung eine Reihe von Flexibilisierungen im KfW Sonderprogramm für mittelständische Unternehmen erarbeitet. Am heutigen Donnerstag wurden diese der Öffentlichkeit bekanntgegeben.

Eine schnellere Bereitstellung von Liquidität, längere Laufzeiten und flexiblere Zinsbindungen sind die Ziele der Änderungen. "Es ist wichtig, dass der sich abzeichnende Aufschwung nicht aufgrund fehlender Kreditmittel abgewürgt wird und gesunde Unternehmen nicht in Existenz bedrohende Situationen geraten", erläutert Ulrich Schröder, Vorstandsvorsitzende der KfW Bankengruppe. "Deshalb kommt es darauf an, dass die Unternehmen jetzt ausreichend mit Finanzmitteln versorgt sind."

Änderungen bei Betriebsmittelkrediten

Das Angebot von Betriebsmittelkrediten aus dem KfW Sonderprogramm wird ab sofort erweitert und flexibilisiert. Mittelständische Unternehmen können sich mit Hilfe des KfW-Sonderprogramms schon jetzt die Finanzierung der Betriebsmittel für das Gesamtjahr 2010 sichern.

Bisher konnte lediglich der aktuelle Liquiditätsbedarf beantragt werden. Flankiert wird diese Erleichterung durch längere Auszahlungsfristen und größere Gestaltungsmöglichkeiten bei der Rückzahlung. "Dies ermöglicht eine flexible und bedarfgerechte Inanspruchnahme der Mittel für die Unternehmen", heißt es in der Mitteilung der KfW.

Längere Laufzeiten für Investitionskredite

Bei den Investitionskrediten aus dem KfW-Sonderprogramm sind künftig für mittelständische Unternehmen längere Laufzeiten möglich. Langfristige Investitionen können danach auf 20 Jahre statt 15 Jahre finanziert werden und auch eine Verlängerung der Freijahre ist beabsichtigt.

Ein weiterer wichtiger Faktor für die Investitionsbereitschaft der Unternehmen ist Planungssicherheit. Künftig bietet die KfW in allen Varianten des KfW Sonderprogramms eine Option für eine längere Zinsbindung der Kreditnehmer an. Bisher ist die Zinsbindung aus beihilferechtlichen Gründen bis 2012 begrenzt.

"Besser am Bedarf von mittelständischen Unternehmen"

Die längere Zinsbindung ist mit einem beihilfefreien Zinssatz verbunden. Die Zinssätze orientieren sich dabei grundsätzlich an den Kapitalmarktzinsen für die entsprechenden Laufzeiten. Diese genannten Änderungen werden im Laufe des Januar 2010 umgesetzt. Der Start ist für den 1. Februar 2010 beabsichtigt.

"Es freut mich, dass es gelungen ist, schnell erste Maßnahmen zu vereinbaren, um die Mittel aus dem KfW Sonderprogramm noch besser auf den Bedarf der mittelständischen Unternehmen auszurichten", erklärte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle zu den Ankündigungen der KfW.

"Ganz besonders haben wir dabei die verbesserte Liquiditätsversorgung im Auge, denn die Dynamik und Nachhaltigkeit der gerade einsetzenden konjunkturellen Erholung hängt wesentlich davon ab, dass die Unternehmen rechtzeitig Zugang zu ausreichend Betriebsmitteln erhalten", sagte Brüderle.