Mit der Einführung der Mittelklasselimousine Optima setzte Kia im vergangenen Jahr ein Ausrufezeichen. Für den deutschen Markt fehlte der Kombi. Den reichen die Koreaner jetzt nach.

Ein flotter Dieselmotor, eine eigene Businessausführung mit reduziertem Listenpreis – Kia gibt sich alle Mühe, um die im vergangenen Jahr eingeführte Limousine Optima auch auf die Einkaufsliste von Flottenbetreibern und Fuhrparkverwaltern zu bringen. Nur einen vor allem für den deutschen Markt unverzichtbaren Kombi haben die kreativen Koreaner bislang nicht.

Das ändert sich am 24. September. Dann lancieren die Vertriebspartner des asiatischen Autobauers neben dem coupéhaft gezeichneten Viertürer auch den Station Wagon. Erstmals präsentiert die Marke damit in der Mittelklasse ein Modell mit großer Heckklappe. "In Deutschland entfallen in diesem Segment 90 Prozent der Zulassungen auf Kombis", weiß Steffen Cost, Geschäftsführer des Importeurs mit Sitz in Frankfurt am Main, nur zu genau – und erhofft sich folglich eine erhebliche Steigerung der gewerblichen Zulassungen. Bislang reüssierte das Unternehmen vor allem auf dem Privatkundenmarkt.

Bis zu 1.686 Liter Kofferraumvolumen

Mit 552 Liter Kofferraumvolumen, das durch Umklappen der dreigeteilten Rücksitzlehne auf 1.686 Liter erweitert werden kann, diversen Ladungssicherungssystemen und einem durchdachten Unterflurfach soll der Frachter aus Fernost der übermächtigen einheimischen Konkurrenz Paroli bieten.

Bei der mühevollen Überzeugungsarbeit, die die Verkäufer im hart umkämpften Geschäft mit Gewerbekunden vor sich haben, helfen sicher die günstige Preisgestaltung (ab 25.990 Euro), das serienmäßige Sieben-Zoll-Navigationsgerät und vor allem auch die in der Branche weiterhin einzigartige Sieben-Jahres-Garantie als überzeugende Argumente.

40.000 Euro sollten einkalkuliert werden

Allerdings ist der solide und dynamisch gestylte Wagen längst kein Billigangebot. Vielfahrer, die sich für den 1,7-Liter-Diesel (104 kW/141 PS) interessieren, die neue GT-Ausstattungslinie wählen und auch noch zum siebenstufigen Doppelkupplungsgetriebe (2.000 Euro) greifen, treiben den Listenpreis schnell auf 40.000 Euro.

Und stoßen damit in Preisregionen vor, in denen der gleichfalls ab Ende September erscheinende Plug-in-Hybrid angesiedelt ist. Die Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor mit an der Steckdose aufladbarer Batterie kostet als Limousine wenigstens 40.490 Euro. Das technische Glanzstück, das aktuell mit 3.000 Euro Prämie staatlich gefördert wird, kommt theoretisch rein elektrisch immerhin 54 Kilometer weit. Insgesamt beträgt die Reichweite 980 Kilometer.

Kombi mit Plug-in-Hybrid folgt im nächsten Jahr

Den Kombi mit der Motorenkombination wird es aber erst Mitte kommenden Jahres geben. Wer nicht so lange warten möchte und lieber Vollgas gibt, könnte mit dem gleichfalls neuen Turbo-Benziner mit 180 kW/245 PS (Preise ab 41.790 Euro) glücklich werden.

Einen Fahrbericht zur Kia Optima Limousine mit Dieselantrieb lesen Sie in der Oktober-Ausgabe von Der Handel. Zum Probeabo geht es hier.

Bernd Nusser