Kik will nach dem Einstieg in den kroatischen Markt nun auch in Polen Fuß fassen. Bis 2015 will der Textildiscounter 4.000 Filialen besitzen. Die Expansionspläne gehen jedoch noch weiter.

Der Textildiscounter Kik will stärker in Osteuropa Fuß fassen. Nach dem Einstieg in den kroatischen Markt werde die Kette noch vor der Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine in Polen die erste Filiale eröffnen, sagte Geschäftsführer Michael Arretz am Dienstag in Solingen. Weitere osteuropäische Länder könnten folgen.

Neben der Expansion steht in Deutschland der Filialumbau im Mittelpunkt. Bis 2015 sollen alle rund 2.600 Standorte renoviert sein. Das Ziel der Verschönerungsmaßnahmen: Kik will modischer werden. Neben Basis-Textilien nimmt Kik mehr Fashionartikel ins Sortiment.

Langfristig 5.000 Kik-Standorte geplant

Für 2011 erwartet die mehrheitlich zu Tengelmann gehörende Kette steigende Umsätze und schwarze Zahlen. Bis 2015 will der Discounter aus Bönen (Kreis Unna) sein Filialnetz auf 4.000 Standorte ausbauen, langfristig sollen es 5.000 sein. Im vergangenen Jahr erzielte Kik mit europaweit rund 20.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,66 Milliarden Euro.

Speet für Heinig

Unternehmensgründer und Geschäftsführer Stefan Heinig, übergibt zum Ende dieses Jahres den Vorsitz der Geschäftsführung an seinen langjährigen Weggefährten Heinz Speet. Stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsführung wird Mechthild Gottkehaskamp.

Der 53 Jahre alte Speet verantwortet als geschäftsführender Gesellschafter derzeit die Bereiche Personal und Revision, Mechthild Gottkehaskamp den Einkauf.

Ab jetzt nachhaltig

Erstmals legte der Discounter, der in der Vergangenheit auch durch Negativ-Schlagzeilen über miserable Arbeitsbedingungen bei asiatischen Herstellern auffiel, einen Nachhaltigkeitsbericht vor. Demnach stehen alle Textilfabriken, die vor allem in China und Bangladesh Aufträge ausführen, unter Beobachtung.

Kik wolle sichergehen, dass Umwelt-, Arbeits- und Sozialstandards eingehalten werden, sagte Michael Arretz, beim Discounter verantwortlich für Nachhaltigkeit und Kommunikation. Kik habe mehrfach Fabriken abgelehnt. Innerhalb der eigenen Organisation sollen vor allem Energie und CO2 eingespart werden.

Dafür eröffnete am ersten November die erste sogenannte Service Unit in Dhaka (Bangladesch). Acht Mitarbeiter soll dort die Lieferanten unterstützen bei der weiteren Verbesserung der Produktqualität und der Produktionsbedingungen und einem effizienten Nachhaltigkeitsmanagement.

Eine erste Aufgabe der Service Unit werde die Etablierung eines Programms zur Reduzierung des Energieverbrauchs in den Produktionsstätten sein. Hierfür soll mit ausgewählten Premiumlieferanten zusammengearbeitet werden.