Der Kampf um das Fortbestehen von Woolworth wird immer spannender. Neuerdings wird die Tengelmann-Tochter Kik als Übernahmekandidat der Kaufhauskette gehandelt - jedoch mit einer Einschränkung.

Um die Zukunft der Kaufhauskette Woolworth läuft ein Wettkampf zwischen verschiedenen Investoren. In letzter Sekunde hat sich ein Konsortium eingeschaltet, hinter dem der Handelskonzern Tengelmann mit seinem Textildiscounter Kik stehen soll.

Der Vorstoß wird nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa von dem Eigentümer der meisten Woolworth-Immobilien, dem Finanzinvestor Cerberus, unterstützt. Nach Informationen der Zeitung "Handelsblatt" hat es Kik allerdings lediglich auf die Standorte abgesehen.

Der Insolvenzverwalter droht Cerebus

Obwohl am Mittwoch eine wichtige Frist zur Einigung zwischen Interessenten, Insolvenzverwalter und dem Haupteigentümer der Ladengeschäfte abgelaufen ist, zeichnete sich bis zum Abend keine Lösung für Woolworth mit zuletzt rund 4.500 Beschäftigten ab. Es wurde aber weiterverhandelt.

Ein Sprecher des Insolvenzverwalters Ottmar Hermann drohte erneut mit der Liquidation, falls Cerberus nicht einem der vorliegenden, bereits genehmigten Übernahmeverträge zustimmt.

Hermann sieht die Handelskette mit noch 162 Geschäften nach einem Jahr im Insolvenzverfahren als saniert an. Der Insolvenzverwalter hat nach eigenen Angaben mehrere Vorverträge mit verschiedenen Investoren geschlossen, die den Discounter mit unverändertem Personal weiterführen und entwickeln wollten.

Kik sieht sich nicht als Bieter

Man verfolge eine klare Perspektive zur Fortführung der Geschäfte und habe sogar schon die Zustimmung des Kartellamtes erhalten, erklärte am Mittwoch eine Sprecherin des US-Investors Gordon Brothers. Dieser wolle ohne Fremdfinanzierung eine mittlere zweistellige Millionensumme investieren.

Ohne Tengelmann/Kik zu nennen, hatte Hermann die neue Offerte zunächst abgelehnt. In dem Konzept würden weniger Arbeitsplätze gesichert, der gebotene Kaufpreis sei inakzeptabel und es bestünden kartellrechtliche Risiken. Die Gewerkschaft Verdi sieht unter anderem die rund 200 Arbeitsplätze in der Frankfurter Woolworth-Zentrale gefährdet.

Cerberus verwies auf weiterhin konstruktive Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter. Das Unternehmen Kik legte Wert auf die Feststellung, dass es in dem Verfahren nie als Bieter aufgetreten sei.