Kik steht wieder in der Kritik: Der Textildiscounter hat mehrfach Informationen über die Verschuldung seiner Mitarbeiter eingeholt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Das Unternehmen aus dem westfälischen Bönen bestätigte einen Bericht der Zeitung "General-Anzeigers", nach dem es einzelne Beschäftigte über die Wirtschaftsauskunftei Creditreform überprüfen ließ.

Kik mache die Abfrage von der Tätigkeit der Mitarbeiter abhängig, hieß es in einer Stellungnahme. "Damit wollen wir sicherstellen, dass Arbeitnehmer mit negativen Einträgen nicht in sensiblen Arbeitsbereichen wie zum Beispiel für Kassiertätigkeiten eingesetzt werden".

Anzeige gegen Kik

Die Staatsanwaltschaft Dortmund ermittelt nun gegen den Textildiscounter wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Bundesdatenschutzgesetz. Anlass ist eine Anzeige der nordrhein-westfälischen Datenschutzbeauftragten.

Eine Kik-Mitarbeiterin aus Norddeutschland hatte sich zuvor bei der Datenschutzbeauftragten darüber beschwert, dass das Unternehmen regelmäßig Bonitätsauskünfte über Mitarbeiter bei der Auskunftei Creditreform einhole. Die Staatsanwaltschaft will sich den Sachverhalt zunächst "in Ruhe juristisch ansehen", sagte Oberstaatsanwältin Ina Holznagel.

Kik, ein Tochterunternehmen des Einzelhandelskonzerns Tengelmann, betreibt derzeit 2.700 Filialen in sechs Ländern Europas und beschäftigt rund 18.000 Mitarbeiter. Der Gesamtumsatz im Geschäftsjahr 2007/08 betrug 1,4 Milliarden Euro.