Dumpinglöhne, miserable Arbeitsbedingungen: Über Kik gab es in diesem Jahr viele schlechte Nachrichten. Nun plant der Textildiscounter eine Charmeoffensive. Das betrifft nicht nur den Umgang mit dem Personal.

Der Textildiscounter Kik will sein Filialnetz in Europa vergrößern und mit einer neuen Unternehmensstrategie sein ramponiertes Image aufpolieren.

Noch im November solle die 3.000. Filiale eröffnet werden, sagte Mitgeschäftsführer Michael Arretz am Dienstag am Unternehmenssitz in Bönen (Kreis Unna). Jährlich sollen weitere 200 Filialen hinzukommen. Einer der neuen Märkte könnte in Großbritannien sein.

Zum neuen Konzept zählt eine freundlichere Gestaltung der Filialen und erstmals ein Nachhaltigkeitsbericht. Bereits vor Ort bei den Herstellern in Asien will Kik die Produktionsbedingungen nun auf soziale und ökologische Standards überprüfen.

Caritativer Teppichverkauf

Kik war angesichts von Billiglöhnen bei den eigenen Beschäftigten in die Schlagzeilen geraten. Das ARD-Magazin "Panorama" hatte aufgedeckt, zu welch schlimmen Bedingungen Näherinnen in Bangladesh für den deutschen Filialisten arbeiten.

Außerdem musste sich der Discounter mit einem Datenschutzskandal auseinandersetzen. Es wurde bekannt, dass Kik die privaten Finanzverhältnisse der Mitarbeiter ausspionierte. Diese Praxis wurde jedoch wieder aufgegeben. Zum 1. Oktober hat der Discounter zudem den Mindestlohn auf 7,50 Euro angehoben.

Vergangene Woche teilte Kik mit, dass es den Reinertrag aus dem Verkauf von einer Millionen Flickenteppichen, die in Nord-Bangladesh produziert wurden, diversen Hilfsprojekten in Asien zur Verfügung stellen will.

Kik beschäftigt in Europa rund 18.000 Menschen, davon 15.000 in Deutschland. Der Umsatz betrug im vergangenen Jahr 1,63 Milliarden Euro und soll 2010 in ähnlicher Höhe ausfallen. Kik schreibe dabei schwarze Zahlen, erklärte das Unternehmen.