Die strategische Allianz zwischen den Baumarktbetreibern Hornbach und Kingfisher bröckelt. Nach Rumänien kommen die Briten Hornbach nun auch im deutschen Heimatmarkt in die Quere.

Die Vertreter des britischen Einzelhandelskonzerns Kingfisher im Aufsichtsrat der Hornbach Holding haben ihre Mandate niedergelegt. Das gab der deutsche Baumarktkonzern am heutigen Mittwoch in einer Adhoc-Mitteilung bekannt.

Kevin O'Byrne (Kingfisher Divisional CEO, B&Q) und David Paramor (Finance and Planning Director, Kingfisher plc) scheiden danach mit Wirkung zum 11. September 2013 aus dem Kontrollgremium aus. Zeitgleich legt auch der Kingfisher-Vertreter im Aufsichtsrat der Tochtergesellschaft Hornbach-Baumarkt-AG, John Declerck (Group Strategy Director, Kingfisher), sein Mandat nieder.

Zur Begründung heißt es in der Mitteilung, mit diesem "vorsorglichen Schritt sollen mögliche Interessenskonflikte, die sich aus der Expansionsstrategie der Unternehmen ergeben, vermieden werden".

Kingfisher hält seit 2001 eine qualifizierte Minderheitsbeteiligung von 25 Prozent plus zwei Aktien am stimmberechtigen Kapital der Hornbach Holding AG sowie 17,4 Prozent an den Vorzugsaktien und weitere Anteile am Baumarkt-Teilkonzern (5,2 Prozent).

Kingfisher strebt mit "Screwfix" in den deutschen Markt

Anlässlich seiner heutigen Halbjahresberichterstattung gab der britischer Baumarktkonzern bekannt, dass im Sommer 2014 der Markteintritt in Deutschland mit vier Testmärkten ihres kleinflächigen und auf professionelle Kunden ausgerichteten Fachhandelsformats "Screwfix" geplant sei. 

Die strategische Allianz zwischen Hornbach und Kingfisher erhielt in diesem Jahr bereits einen Knacks: Seit der Übernahme von 15 Bricostore-Baumärkten in Rumänien im Mai 2013 steht Kingfisher erstmals in direkter Konkurrenz zu seinem deutschen Kooperationspartner.

"Wir haben keine Anhaltspunkt dafür, dass Kingfisher seine Beteiligung reduzieren will", sagte Axel Müller, Investor Relations Manager von Hornbach auf Nachfrage von derhandel.de. "Die strategische Partnerschaft mit Kingfisher in Bezug auf Einkauf und Eigenmarken sollte nicht überbewertet werden. Sie spielt für beide Unternehmen seit längerem keine übergeordnete Rolle", so Müller.

Kingfisher war für eine Stellungnahme und die Frage, ob das Unternehmen an der insolventen Baumarktkette Max Bahr interessiert ist, nicht zu erreichen. Nach gewöhnlich gut informierten Quellen gehören die Briten jedoch nicht mehr zum Interessentenkreis.