Nach dem Scheitern einer Transfergesellschaft für Schlecker wird nun erwartet, dass zahlreiche Betroffene Kündigungsschutzklagen einreichen. Das kann mögliche Investoren abschrecken.

Die angestrebte Transfergesellschaft für Schlecker, die am Widerstand einzelner Bundesländer scheiterte, wäre nicht nur für die entlassenen Mitarbeiter vom Vorteil - sondern auch für das insolvente Unternehmen.

Die Beschäftigten, die wegen der Pleite der Drogeriekette ihren Job verlieren, hätten in den Transfergesellschaften weitergebildet und bei der Suche nach einem neuen Job unterstützt werden sollen.

Doch eine Auffanglösung hätte auch möglichen Investoren Sicherheit gegeben. Nun werden sich Kaufinteressenten zweimal überlegen, ob sie Schlecker übernehmen und dann womöglich mit einer Welle an Kündigungsschutzklagen konfrontiert werden.

Verdi warnt vor Klagewelle

Insolvenzverwalter Geiwitz appellierte deshalb an die Entlassenen, nicht vor Gericht zu ziehen - was nahezu naiv klang. "Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden solche Klagen nichts bringen, im Fall einer hohen Gesamtzahl jedoch massiv den verbleibenden Schleckerfrauen schaden", sagte er.

Die Gewerkschaft Verdi warnte Schlecker bereits vor einer Klagewelle. "Wir werden die betroffenen Frauen und Männer rechtlich an die Hand nehmen", sagte Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger der Nachrichtenagentur dpa. Es sei davon auszugehen, dass viele ihre Kündigung prüfen lassen werden.

"Potenzielle Investoren werden mit unkalkulierbaren Risiken rechnen müssen", weiß Gewerkschafterin Nutzenberger.

Die Gespräche der Bundesländer über Transfergesellschaften waren am Donnerstag gescheitert. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sieht nun die Bundesagentur für Arbeit am Zug,

dpa, mar