Das Internet macht den klassischen Versandbuchhändlern immer mehr zu schaffen. Der Verkauf über Kataloge und Mailings geht weiter zurück, während der Marktanteil des Internetgiganten Amazon inzwischen 74 Prozent beträgt.

Der traditionelle Versandbuchhandel wird weiterhin vom Online-Bücherversand abgedrängt. 2012 musste das Versandgeschäft - wie Katalogverkauf - mit 450 Millionen Euro Umsatz Einbußen von etwa 6 Prozent verkraften, wie der Bundesverband deutscher Versandbuchhändler am Dienstag in Ulm mitteilte. "Das war erneut ein sehr schwieriges Jahr", sagte Geschäftsführerin Verena Hofmeier. Der Versandbuchhandel inklusive Online setzte 2012 insgesamt etwa 2,6 Milliarden Euro um.

Der Onlineversand legte erwartungsgemäß mit moderatem Wachstum wieder zu. Mit etwa 1,6 Milliarden Euro ging der Löwenanteil von insgesamt 2,15 Milliarden Euro an den Internet-Versandriesen Amazon. "Der Marktführer dominiert mittlerweile über alle Maßen", sagte Hofmeier. Erstmals gebe es verlässliche Zahlen zum Umsatz von Amazon in Deutschland. Außerordentlich gut entwickelte sich der Verkauf von E-Books, der Umsatz stieg 2012 um 125 Prozent auf 106 Millionen Euro.

Amazon-Marktanteil liegt bei 74 Prozent

Die anderen Mitspieler neben Amazon, wie zum Beispiel die Versandhändler Weltbild und Buch.de, erlösten zusammen etwa 550 Millionen Euro. Amazon kommt damit auf einen Marktanteil von etwa 74 Prozent des gesamten Online-Versandbuchhandels, wie Hofmeier sagte.

Rückläufig entwickelten sich weiterhin die Umsätze bei den Buchclubs, sie erlösten etwa 10 Prozent weniger als im Vorjahr. So konzentriere sich etwa der Bertelsmann-Club auf Kostenmaßnahmen und investiere in den Ausbau des Geschäftes mit elektronischen Büchern.

Die Mitgliederzahl des Bundesverbandes sank 2012 von 143 auf 136 Händler. Das spiegele die veränderte Marktlage mit den neuen Handelswegen, digitalen Produkten und einem dominanten Platzhirschen im Onlinegeschäft wider, wie es beim Verband weiter hieß.

dg