Die Daimler-Tochter Smart und Renault bringen ihre neusten Kooperationsmodelle an den Start. Fortwo, Forfour und Twingo sind ganz auf den urbanen Verkehr ausgelegt.

Smart, 1998 als urbaner Kleinstwagen konzipiert, ist auch aus den Unternehmensflotten nicht mehr wegzudenken. Als wendiger Cityflitzer für kleine Transportaufgaben oder als rollende Visitenkarte hat das 2,69-Meter-Wägelchen berufliche Karriere gemacht. "Große Städte brauchen kleine Autos", ist Entwicklungsleiter Markus Riedel vom Konzept überzeugt.

Einer der schärfsten Wettbewerber war stets der Renault Twingo. Jetzt teilen sich die beiden Minimobile die technischen Gene. Damit ist der nächste Schritt in der Kooperation zwischen dem Daimler-Konzern und dem französischen Unternehmen vollzogen.

Preise ab 10.895 Euro

Zu Preisen ab 10.895 Euro geht der Smart-Zweitürer "Fortwo" am 22. November in die nächste Runde und bringt auch gleich seinen großen Bruder "Forfour" mit in den Handel. Für weitere 660 Euro gibt es zwei hintere Türen und 80 Zentimeter mehr Auto. Während der Zweisitzer weiterhin ein Unikat bleibt, kann der Smart für Vier die neue Verwandtschaft zum Kooperationsbruder (siehe unten) endgültig nicht mehr verbergen.

Zum Start stehen zwei Dreizylinder-Motoren mit 52 kW/71 PS und 66 kW/90 PS im Angebot. Die Normverbrauchswerte liegen bei 4,1 beziehungsweise 4,2 Litern. Auf ersten Testkilometern machten die von Renault beigesteuerten Euro-6-Antriebe einen ordentlichen Eindruck, wenngleich der vom Bordcomputer angezeigte Verbrauch von 6,5 Litern bei gemütlicher Fahrweise kaum auf zukunftsweisende Technik schließen lässt. Später folgt noch ein Basisantrieb mit 45 kW/60 PS.

Endlich neue Getriebe

Größer ist der Fortschritt freilich beim Blick auf den rekordverdächtig geringen Wendekreis (6,95 Meter) und auf die neue Fünf-Gang-Schaltung, die endlich das unsägliche automatisierte Schaltgetriebe ablöst. Noch besser - und für den Citywagen fraglos die beste Lösung - ist das optionale Doppelkupplungsgetriebe, das die Daimler-Tochter als erster Hersteller in diesem Segment anbietet. Es soll ab Frühjahr 2015 verfügbar sein und dann "rund 1.000 Euro" kosten, sagt Entwicklungsleiter Riedel. 

Und weil das Stichwort "Kosten" gefallen ist: Smart-Fahren ist auch weiterhin kein preiswertes Vergnügen. Wer sein Fahrzeug modern vernetzen, wohl klimatisieren oder optisch und farblich individualisieren möchte, erreicht schnell die Preisdimensionen der nächsten Fahrzeugklasse.

Foto: Renault
Foto: Renault
Renault gibt sich da volkstümlicher. Die Zusammenarbeit mit den Schwaben und die damit einhergehenden Einsparungen in der Entwicklung machen es offensichtlich möglich: Die Franzosen haben zum Modellwechsel den Einstandspreis für ihren Kleinstwagen Twingo sogar um 400 auf 9.590 Euro gesenkt. Gleichzeitig verfügt der Nachfolger des seit 2007 gebauten und zwischenzeitlich optisch überarbeiteten Zweitürers jetzt serienmäßig über vier Türen.

Bis zu 980 Liter Ladevolumen

Weil der wie beim Smart identische Motor mit gleichen Leistungsdaten ins Heck wanderte, konnte der Radstand um zwölf Zentimeter verlängert werden. So bietet der Franzose, der gemeinsam mit dem Smart Forfour im slowenischen Werk in Novo Mesto gefertigt wird, nun deutlich mehr Platz im Innenraum und über dem Antrieb 188 Liter Kofferraumvolumen. Das kann durch Umklappen der Rücksitzlehnen auf 980 Liter erweitert werden. Da auch der Beifahrersitz faltbar ist, lässt sich sperriges Frachtgut bis 2,30 Meter Länge transportieren. Auch beim Viertürer ist der Wendekreis von nur 8,60 Metern bemerkenswert.

Smartphone-Einbindung oder der integrierte Sieben-Zoll-Bildschirm mit Rückfahrkamera stehen bei Renault ebenfalls zur Wahl.  

Bernd Nusser