Aldi drückt die Milchpreise - und erntet dafür scharfe Kritik von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Norma hat nun ebenfalls die Preise gesenkt.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat die neue Preissenkungsrunde bei Milch und Milchprodukten scharf kritisiert. "Kommt endlich zur Vernunft und stoppt die Abwärtsspirale der Preise", forderte NGG-Chef Franz-Josef Möllenberg am Dienstag in Berlin.

Er wandte sich damit gegen die Ankündigung des Discounters Aldi, die Lebensmittelpreise erneut und stärker als erwartet zu senken. An diesen Preisen orientieren sich erfahrungsgemäß andere große Anbieter.

Keine soziale Marktwirtschaft mehr

"Hier werden enorme Werte in der gesamten Lebensmittelkette vernichtet", gab Möllenberg zu bedenken. Er warnte vor Verdrängungswettbewerb, Gefährdung von Arbeitsplätzen und der "Vernichtung von bäuerlichen Existenzen" und "der Zerstörung von ländlichen Strukturen". Dies habe mit sozialer Marktwirtschaft "nichts mehr zu tun".

Auch der Bauernpräsident Gerd Sonnleitner hatte den Verfall der Milchpreise bereits scharf kritisiert.

Norma folgt Aldi

Mittlerweile hat auch der Discounter Norma die Preise für Milchprodukte gesenkt. Den Liter Vollmilch gebe es seit Montag für 48 Cent - und damit sieben Cent billiger als bisher, teilte das in Nürnberg ansässige Unternehmen an diesem Dienstag mit. Fettarme Milch koste seit Montag 42 statt 49 Cent, berichtete eine Normal-Sprecherin. Auch die Preise für Sauerrahm, Schlagsahne, Quark und andere Milchprodukte seien gesenkt worden. Das Unternehmen gebe damit "Einkaufsvorteile" weiter, hieß es.

Die Norma-Sprecherin räumte ein, dass das Unternehmen damit zugleich der Preissenkungswelle von Aldi vom Vortag folge. Aldi sei nun mal Marktführer. "Und jeder, der sich im Markt der Lebensmitteldiscounter bewegt, muss sich an Aldi orientieren", sagte sie. Insgesamt seien von den Preissenkungen rund 100 Artikel betroffen.