Im Der Handel-Autotest trifft der überarbeitete Opel Zafira auf den gleichfalls siebensitzigen Citroen C 4 Picasso.

Der Test: Opel Zafira

Im Hause Opel wartet alles auf die Markteinführung des Vectra-Nachfolgers Insignia. Der neue Hoffnungsträger soll zum Jahresende dafür sorgen, dass die zuletzt stetig fallenden Verkaufszahlen (165.854 Zulassungen in Deutschland von Januar bis Juli 2008, minus 0,5 Prozent) endlich wieder steigen.

Fahrzeugschein Opel Zafira
Fahrzeugschein Opel Zafira
Eines der wenigen Opel-Modelle, die derzeit ein Plus vorweisen können, ist der im Frühjahr überarbeitet Zafira.  Der siebensitzige Van brachte es in den ersten sieben Monaten des Jahres auf 20.234 Zulassungen und ist damit hinter dem Erzrivalen VW Touran (34.196) aber klar vor dem Ford S-Max (8.038) die Nummer zwei im Segment.

Familienfreundlichkeit als Trumpf

Der Zafira überzeugt die Kunden offensichtlich mit der Tatsache, dass sich Fahrspaß und Wirtschaftlichkeit nicht gegenseitig ausschließen müssen. Vor allem das überarbeitete Diesel-Flaggschiff erweist sich mit seinen 110 kW/150 PS nicht nur als durchzugsstark, sondern gibt sich dabei genügsam. 6,7 Liter im Testverbrauch sprechen bei soviel Zugkraft für sich.

Einen zumindest ebenso hohen Stellenwert bei der Kaufentscheidung aber nehmen Variabilität und Nutzwert ein. Und auch hier kann der familienfreundliche Van punkten.

Einer der Trümpfe des Zafira ist fraglos das serienmäßige „Flex7"-Sitzsystem, bei dem sich die hinteren beiden Plätze vollständig im Fahrzeugboden versenken lassen. Was bleibt, ist eine ebene Ladefläche mit ausreichend Platz für jede Menge Gepäck.

Die zweite Sitzreihe lässt sich zudem stufenlos in Längsrichtung verstellen und bietet so reichlich Beinfreiheit. Lediglich bei der Mittelkonsole zwischen Fahrer- und Beifahrer sind die Innenraumgestalter der Versuchung erlegen, der Optik gegenüber dem praktischen Nutzen den Vorzug zu geben. Das Resultat: Durch eine überdimensionierte Handbremse ist der vorhandene Stauraum leider nur bedingt nutzbar.

Sicherheit wird groß geschrieben

Apropos Optik: Zumindest auf den ersten Blick sind dem Zafira die moderat vorgenommenen Retuschen kaum anzumerken. Lediglich die Scheinwerfer setzen mit ihrem neuen Chrom-Look im wörtlichsten Sinne „Glanzlichter" und auch die Rückleuchten wurden leicht modifiziert.

Unverändert dagegen das umfangreiche Sicherheitspaket der Großraumlimousine: Vor allem dem Fahrzeuglenker wird dank einer Vielzahl elektronischer Helfer jede Menge Arbeit abgenommen. Interessant dabei für Gespannfahrer: Eine Anhängerstabilitätskontrolle, die rechtzeitig signalisiert, wann es Zeit zum Gegensteuern ist.

Der Test: Citroen Grand C 4 Picasso

Citroen Grand C 4 Picasso
Citroen Grand C 4 Picasso
Während der inzwischen nicht mehr ganz taufrische VW Touran trotz eines Absatzminus von 24,5 Prozent in den ersten sieben Monaten des Jahres weiter die deutsche Van-Szene beherrscht, reklamiert Citroen in Europa im Bereich der Kompaktvans die Marktführerschaft für sich.

Mit den Modellen C 4 Picasso, Grand C 4 Picasso und Xsara Picasso setzten die Franzosen im ersten Halbjahr 2008 insgesamt 162.000 Einheiten ab und verbuchen damit 23 Prozent Marktanteil. Mit immer neuen Rabatt- und Finanzierungsaktionen befeuert Citroen die abgekühlten Märkte. In Deutschland sind die Franzosen häufig „Nachlass-Vorreiter”.

Fahrzeugschein Citroen Grand C 4 Picasso
Fahrzeugschein Citroen Grand C 4 Picasso
Doch nicht nur beim Preis erweisen sich die Raumfahrzeuge als kundenfreundlich - wie der gefahrene Grand C 4 Picasso belegt. Frei nach dem Motto „Reisen wie Gott in Frankreich” setzten die Entwickler ganz auf Komfort und Bequemlichkeit.

Das beginnt bei der riesigen Panorama-Frontscheibe, die für nicht gerade gattungstypische, glänzende Rundumsicht sorgt,  und endet noch lange nicht bei den ungezählten Ablagen in Armaturenbrett, Türverkleidungen und sogar im Fahrzeugboden.

Bewährte Motorisierung

Auch bei der Gestaltung des Gestühls haben die Entwickler offensichtlich an die Annehmlichkeiten der Kundschaft gedacht, die falt- und schiebbaren Sitze der zweiten Reihen müssen, oder können (je nach Sichtweise) nämlich nicht ausgebaut werden.

Auch die beiden für Kurzeinsätze brauchbaren „Notsitze" im Kofferraumboden verbleiben stets im Fahrzeug. Das erspart zwar das lästige Herumschleppen, kostet aber beim Transport sperriger Güter wertvollen Stauraum. Mit 576 bis 1.951 Liter verfügt der größte der drei kleinen Citroen-Vans aber eigentlich über genügend Fassungsvermögen.
Unter der Motorhaube beweist der Hersteller mit dem bewährten 2,0-Liter Common-Rail-Diesel (100 kW/136 PS) seine Kompetenz. Das Aggregat verfügt über genügend Durchzugskraft um den Wagen auch voll beladen in Schwung zu bringen. Der Normverbrauch von 6,1 Litern auf 100 Kilometern war allerdings im Test nicht zu erreichen.

Im Testdurchschnitt genehmigte sich der Selbstzünder 7,3 Liter, was angesichts des 60-Liter-Tanks noch immer zu einer stattlichen Reichweite verhilft.

Automatik stellt Fahrer vor Herausforderung

Wenig überzeugend und einziger echter Kritikpunkt ist das sogenannte „EGS 6”-Getriebe. Die elektronisch gesteuerte Sechs-Stufen-Automatik mit dem fummeligen Wählhebel am Lenkrad nervt die Passagiere durch unkoordiniertes Schalten und fordert den Fahrer geradezu dazu auf, die Schaltvorgänge mittels Wippen am Lenkrad selbst in die Hand zu nehmen.

Als Alternativen stehen für 1.350 Euro Aufschlag eine Sechs-Gang-Automatik oder eine Fünf-Gang-Handschaltung in Verbindung mit dem kleineren Diesel-Motor (80 kW/109 PS) zur Wahl.

Bernd Nusser