Immer mehr Europäer bestellen per Smartphone oder Tablet. Dabei sind die iPad-Besitzer besonders ausgabefreudig: Die Umsätze sind durchschnittlich um rund 50 Prozent höher als beim iPhone und bei Android-Geräten, zeigt eine Studie.

Das mobile Einkaufsvolumen per Smartphone und Tablet ist in Europa im vergangenen Jahr um mehr als 140 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Dabei ist Apples iPad mit 53 Prozent aller Erlöse der mobile Umsatzbringer Nummer Eins, hat das "Mobile Performance Barometer 2012" des Onlinemarketing-Netzwerks Zanox ergeben. Auch deutsche Konsumenten bevorzugen bei der mobilen Shopping-Tour demnach weiterhin die Apple-Plattform: Mehr als drei Viertel der mobilen Transaktionen wurden 2012 in Deutschland über Geräte mit dem Betriebssystem iOS getätigt.

"Der Boom bei neuen Geräten wie Smartphones und Tablets, neuen Cloud-Technologien sowie die mobile Verfügbarkeit des Internets bieten Konsumenten mehr Möglichkeiten für ihre Online-Einkäufe", erläutert Zanox-Chef Thomas Joosten. Dies sei allerdings eine Herausforderung für die Anbieterseite, biete aber gleichzeitig auch die Basis für neue Geschäftsmodelle für die Werbeindustrie, den E-Commerce-Markt - und auch für den stationären Handel.

Deutsche Konsumenten im europäischen Durchschnitt

Der Umsatz über mobile Endgeräte ist der Studie zufolge im Jahresvergleich um rund 142 Prozent gestiegen. 2012 belaufe sich der Anteil des mobilen Absatzkanals am gesamten E-Commerce Umsatz auf 3,9 Prozent. Europäischer M-Commerce-Meister 2012 ist Skandinavien mit dem höchsten Anteil des mobilen Kanals am gesamten E-Commerce-Umsatz in der Region (7,3 Prozent) sowie der zweithöchsten Wachstumsrate im Vergleich zu 2011 (240 Prozent). Deutschland liegt im europäischen Ländervergleich mit einem Anteil des mobilen Kanals von 3,5 Prozent am E-Commerce-Umsatz und einem Umsatzwachstum von 135 Prozent im europäischen Durchschnitt.

Finanzdienstleistungen sind mit einem Umsatzwachstum von 155 Prozent die wachstumsstärkste Mobilbranche in Europa, gefolgt von "Retail & Shopping" mit einem Umsatzplus von 153 Prozent. Es folgen Telekommunikation und Dienstleistungen mit 121 Prozent und Reisen mit 96 Prozent Wachstum im Jahresvergleich. In Deutschland stellt demnach die Telekommunikationsindustrie mit 163 Prozent Umsatzwachstum im Jahresvergleich die am schnellsten wachsende Branche im M-Commerce dar.

Apple dominiert weiter

Apples Betriebssystem iOS für die Geräte iPad und iPhone hat demnach im Jahresvergleich leicht an Gewicht im M-Commerce verloren, trägt aber mit einem Anteil von 73 Prozent immer noch den Großteil des mobilen Umsatz bei (2011: 78 Prozent).

Im März wurde das iPad 3 auf den Markt gebracht, und seitdem verkauft Apple immer mehr Tablets.  Der Hersteller konnte somit seine Spitzenstellung als Motor für den M-Commerce in Europa weiter ausbauen, schreibt Zanox: 2012 wurden 53 Prozent aller mobilen Umsätze im Zanox-Netzwerk über das iPad generiert (2011: 43 Prozent).

Im März 2012 habe aber auch der "Machtwechsel" zwischen Android und iPhone stattgefunden: Während der Umsatzanteil über Apples iPhone rückläufig ist (von 35 Prozent 2011 auf 20 Prozent 2012), belegen Android-Geräte mittlerweile Platz zwei und verdrängen das iPhone auf Platz drei. Android konnte seinen M-Commerce-Umsatzanteil im Jahresvergleich demnach um mehr als acht Prozentpunkte auf nun 25 Prozent erhöhen und macht ein Viertel des gesamten M-Commerce-Umsatzes aus.

Die höchsten Umsätze werden per iPad erzielt

Auch hinsichtlich der Anzahl der Transaktionen behält Apples Betriebssystem iOS die Spitzenstellung in Europa. 2012 wurden 67,3 Prozent der mobilen Transaktionen im Zanox-Netzwerk über iOS getätigt. 2011 waren es 69 Prozent.

Die Plattform Android weist hingegen die höchsten Zuwachsraten bei den mobilen Transaktionen auf: 2012 wurden in Europa 29,2 Prozent der Transaktionen über das Google-Betriebssystem generiert; 2011 waren es 23 Prozent. Deutschland verzeichnet im europäischen Vergleich mit 75,4 Prozent die meisten Transaktionen über iOS-Geräte; rund 23 Prozent der Transaktionen werden hierzulande über Android-Geräte getätigt.

Das iPad liegt nicht nur bei der Anzahl der Transaktionen vorne, sondern auch beim durchschnittlichen Umsatz: Die Ausgaben pro Transaktion über das iPad sind durchschnittlich um rund 50 Prozent höher als beim iPhone und bei Android-Geräten.

Kunden geben zudem im M-Commerce pro Einkauf mehr Geld aus als im E-Commerce - allerdings nur bei Finanzdienstleistungen, Telekommunikation und Reisen. "Die Analyse im Retail & Shopping Segment zeigt dagegen keinen Unterschied bei der durchschnittlichen Größe des Warenkorbes", heißt es. Die Konsumenten gaben demnach sowohl im E- als auch im M-Commerce durchschnittlich 237 Euro pro Bestellung aus.