Das Internet ist für die meisten Deutschen inzwischen selbstverständlich. Mit der Vernetzung der Geräte ist es zwar noch nicht so weit her, aber die Konsumenten zeigen durchaus Interesse.

Microsoft-Gründer Bill Gates lag nicht ganz richtig, als er das Internet 1995 "nur einen Hype" nannte und meinte "Damit verdient man niemals Geld". Denn für die große Mehrheit der Konsumenten ist das weltumspannende Datennetz inzwischen selbstverständlich: In drei von vier deutschen Haushalten steht ein Internet-Router, jeder zweite Haushalt verfügt über einen Tablet-PC und ein Smartphone besitzen 83 Prozent, so die Ergebnisse einer Studie, die im Auftrag der Gesellschaft zur Förderung der Unterhaltungselektronik gfu von dem Marktforschungsinstitut Value A Marketing Intelligence durchgeführt wurde. Bei den 16- bis 39-Jährigen besitzen demnach sogar 95 Prozent ein Smartphone, bei den über 60-Jährigen immerhin mehr als zwei Drittel.

Selbst gut jedes zweite TV-Gerät in deutschen Wohnzimmern ist ein Smart TV, also ein Gerät, das mit dem Internet verbunden werden kann. Zwar nutzen noch nicht alle Besitzer eines solchen Fernsehers die Online-Funktionen, vermutlich wissen viele auch noch gar nicht, wie das geht. Aber in 31 Prozent der deutschen Haushalte wird der gfu-Studie zufolge bereits regelmäßig auf Inhalte zugegriffen, die keine klassische TV-Ausstrahlung sind, sondern per Internetverbindung auf den Bildschirm geliefert werden. Besonders häufig, in 58 Prozent der Fälle, wählen die deutschen Nutzer dabei die Mediatheken der TV-Sender. YouTube und andere Video-Clip-Anbieter stehen auf Platz zwei mit 56 Prozent und auf kostenpflichtige Video-On-Demand-Angebote greift inzwischen fast jeder zweite (48 Prozent) Smart TV-Nutzer zu.

Bildschirme werden immer größer, Musikstreaming immer beliebter

Ausstattungsmerkmale wie die Smart TV-Funktion tragen demzufolge auch dazu bei, dass viele Konsumenten einen neuen Fernseher anschaffen wollen. 19 Prozent gaben an, in den nächsten anderthalb Jahren, also bis Ende 2017, ein neues Gerät kaufen zu wollen. Neben smarten Funktionen sind eine höhere Auflösung (36 Prozent) und besonders ein größerer Bildschirm (47 Prozent) wichtigste Kaufgründe. Sogar die großen Modelle mit mehr als 56 Zoll (138 Zentimeter) erfreuen sich demnach immer größerer Beliebtheit: Während im vergangenen Jahr nur zwölf Prozent in die Klasse mit 139 bis 165 Zentimetern Bilddiagonale (bis 65 Zoll) einsteigen wollten, verdoppelte sich dieser Wert fast auf 22 Prozent in diesem Jahr. Eine Folge des Größenwachstums sei auch ein steigender Durchschnittspreis der TV-Geräte: Lag dieser dem Verband zufolge im vergangenen Jahr noch bei 580 Euro, so sind es aktuell 600 Euro.

Neben klassischen TV-Geräten mögen Konsumenten auch neue Technologien: 15 Prozent gaben in der Umfrage an, über die Anschaffung einer Drohne nachzudenken, 21 Prozent wollen ihr Geld demnächst für sogenannte Wearables, tragbare Mini-Computer wie beispielsweise Fitness-Tracker oder Smart Watches, ausgeben und fast jeder Dritte denkt über den Kauf eines Musik-Streaming-Systems nach, bei dem die Audiodaten über ein Netzwerk übertragen werden. Besonders bei den 16 bis 39 Jährigen ist diese Kategorie sehr beliebt: In dieser Altersgruppe haben 40 Prozent eine
Kaufabsicht.

Vernetzte Gesundheitsgeräte

Auch vernetzte Gesundheitsgeräte, etwa um Blutzucker oder Blutdruck zu messen, sind für viele Menschen interessant: 17 Prozent haben hier der Studie zufolge eine konkrete Kaufabsicht. Mit 21 Prozent liegt dabei wieder die Altersgruppe der 16 bis 39 Jährigen vorn. Bei den über 60-Jährigen haben 14 Prozent eine Kaufabsicht, davon geben 60 Prozent an, dass sie aus gesundheitlichen Gründen regelmäßig Gesundheitsdaten messen müssen.

Die meisten Deutschen sehen die Möglichkeiten, die vernetzte Gesundheitslösungen bieten, positiv: Zwei Drittel bescheinigen chronisch Erkrankten durch solche Lösungen weniger Einschränkungen, 59 Prozent halten es für möglich, dass durch Telemedizin die Kosten im Gesundheitswesen reduziert werden. Aber es gibt auch Befürchtungen: 35 Prozent vermuten, dass der persönliche Kontakt zwischen Arzt und Patient verlorengeht, fast die Hälfte der Befragten befürchten Datenmissbrauch
durch Dritte.

Smart Home und Kochbegeisterung

Dass sich Fremde an den Daten zu schaffen machen, fürchten die Konsumenten unterdessen auch bei der digitalen Vernetzung, dem Smart Home. 61 Prozent der Deutschen haben die Sorge, dass bei einem vernetzten Haus Fremde von außen die Steuerung übernehmen könnten. Gleichwohl stehen Lösungen für das smarte, vernetzte Haus hoch im Kurs. In Deutschland wollen 29 Prozent Alarmsensoren einsetzen, die beispielsweise über geöffnete Türen, Bewegungen oder Rauchentwicklung informieren.

Jeder 5. Befragte denkt über vernetzte Kameras nach, fast ebenso viele über die Fernsteuerung von Heizung, Jalousien, Garagentoren sowie Licht. Informationen vom Kühlschrank über vorhandene Lebensmittel möchten demnach 16 Prozent erhalten, 14 Prozent wollen ihre Waschmaschine per App steuern.

Auch die Küche wird inzwischen immer öfter technologisch aufgerüstet. In 27 Prozent der deutschen Haushalte wird aktuell auf einem Induktionskochfeld gekocht, weitere 20 Prozent planen eine solche Anschaffung. Sehr beliebt sind auch Heißluft-Fritteusen, 21 Prozent wollen hier in den kommenden anderthalb Jahren investieren. 19 Prozent wollen ein Multifunktions-Küchengerät anschaffen, 17 Prozent einen Dampfgarer investieren und 16 Prozent der Deutschen wollen sich einen Smoothie-Maker zulegen, um gesunde Drinks selbst zuzubereiten.