Die deutschen Verbraucher reagieren nach Ansicht des GfK-Chefs Klaus Wübbenhorst weiter besonnen auf die Wirtschaftskrise. Im Handel gebe es aber Verlierer und Gewinner.

"Wir haben befürchtet, dass das Konsumklima deutlich stärker leidet", sagte der Vorstandschef der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) Klaus Wübbenhorst in einer Halbjahresbilanz. "Die Menschen sind aber bereit, auch die positiven Fakten zu sehen und nicht nur die negativen."

Dazu zählte Wübbenhorst die niedrige Inflation, die Konjunkturpakete und die robuste Lage auf dem Arbeitsmarkt. Auch die Auswirkungen der guten Tarifabschlüsse seien zu spüren, hinzu komme die bevorstehende Rentenerhöhung. Die GfK erwartet deswegen für den Monat Juli einen Anstieg der Kauflaune. Schon im Mai überraschten die Verbraucher mit stabiler Konsumhaltung.

Fernreisen verlieren, Lebensmittelhandel gewinnt

"Die Leute wollen sich nicht unterkriegen lassen", sagte Wübbenhorst im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Nürnberg. "Bisher ist bei den Konsumenten keine Panik festzustellen."

Anstatt nur zu sparen, werde eher einmal etwas mehr ausgegeben, zumal die niedrigen Zinsen keinen großen Sparanreiz darstellten. Allerdings würden die Ausgaben anders verteilt: So seien die Bürger bei Fernreisen eher verhalten, dafür werde zum Beispiel mehr in Baumärkten gekauft, um Haus und Garten zu verschönern. Auch die Lebensmittelbranche zähle zu den Gewinnern: "Man gönnt sich eher die etwas teuereren Lebensmittel."

Auch für das zweite Halbjahr zeigte sich Wübbenhorst leicht zuversichtlich. Die Zahl der Arbeitslosen werde zwar ansteigen, wenn in vielen Betrieben die Kurzarbeit auslaufe. "Das ist eine Gefahr für die Konsumstimmung. Die Laune der Konsumenten wird dadurch beeinträchtigt." Doch der Konsumforscher sei "verhalten optimistisch, dass sie nicht abstürzen wird."