Paperworld, Creativeworld, Christmasworld: Beim Start der Konsumgütermessen zeigten sich die Branchenvertreter recht optimistisch.

Am heutigen Freitag startet in Frankfurt am Main das Konsumgütermessetrio Paperworld, Creativeworld und Christmasworld. Die drei Branchen blicken dabei jeweils recht zuversichtlich ins neue Geschäftsjahr. "In einem von schlechten Wirtschaftsprognosen geprägten Jahr 2013 bauen die drei Branchen für Dekoration und Festschmuck, Papier, Bürobedarf und Schreibwaren sowie Hobby-, Bastel- und Künstlerbedarf auf ihre internationalen Leitmessen", sagte Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt, bei einem Branchengespräch in Frankfurt. Mit insgesamt 2.967 avisierten Ausstellern aus 66 Ländern erreichten die Messen das Vorjahresniveau und "bleiben in unruhigen Fahrwassern stabil." 2012 fanden demnach 2.963 Aussteller aus 69 Ländern den Weg nach Frankfurt.

Traditionell geben die Branchen zum Messeauftakt auch einen kleinen Lagebericht – so auch in diesem Jahr. Demnach hatte sich der Markt für Papier, Bürobedarf und Schreibwaren (PBS) nach der Krise im Jahr 2009 recht schnell und gut erholt, allerdings spürten die Hersteller nun auch die volatilen Zeiten: Laut IFH Retail Consultants Köln tendierten die Umsatzzahlen im Jahr 2012 leicht rückläufig und es ist
eine ruhige Entwicklung eingetreten. Ein Minus in Höhe von 1,6 Prozent habe das deutsche PBS-Marktvolumen leicht unter die Schwelle von 14 Milliarden Euro gedrückt, exakt sind es 13,937 Milliarden Euro (2011: 14,162 Milliarden Euro).

Mal- und Zeichenbedarf mit Spitzenumsatz

Trotz des leichten Rückgangs konnten den Angaben zufolge einige Segmente satte Zuwächse verbuchen: Spitzenreiter sei der Mal- und Zeichenbedarf im PBS-Bereich mit einem Plus von 23,6 Prozent auf 68 Millionen Euro im Jahr 2012. Briefumschläge und Papierausstattungen liegen mit einer Steigerung von 7 Prozent noch vor den Ansichts- und Glückwunschkarten mit einem Plus von 6,4 Prozent. Einen rückläufigen Wert zeige das Segment "Sonstige Papierwaren" mit einem Minus von 22,7 Prozent, gefolgt von den Bereichen Spezialpapier (-6,4 Prozent) und Verbrauchsmaterialien für Bürotechnik mit Druckausgabe (-5,9 Prozent).

Die restlichen Segmente befänden sich in einer Stagnationsphase, was auch die Tendenz des Gesamtmarktes präge. "PBS-Artikel gelten in ihrer Gesamtheit und trotz aller Heterogenität als Indikator für die wirtschaftliche Aktivität in Verwaltungen von Gewerbe, Kommunen und privaten Haushalten", so Uwe Krüger von IFH Retail Consultants Köln.

Kreative Zufriedenheit

Zur "Creativeworld" im vergangenen Jahr hatte der Verband der Hobby- und Kreativbranche  "Hobby-Kreativ" noch ein Umsatzplus von zwei Prozent prognostiziert. "Das angestrebte Umsatzziel wurde nur knapp verfehlt. Insgesamt ist man aber unter den Herstellern weitgehend zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2012", sagte Manfred Pulst, Vorsitzender des Verbandes.

Die Entwicklung im Facheinzelhandel sei ähnlich wie im Vorjahr – die Tendenz geht in Richtung größerer Verkaufsflächen und hin zu neuen Vertriebsformen wie Internet oder TV-Shopping. Fachmärkte mit mehr als 300 Quadratmetern seien klar im Vorteil. "Sie setzen zusätzlich auf kompetente und umfassende Beratung sowie vermehrt auf Workshops und Mitmachaktionen im Ladengeschäft, die bei den Kunden sehr gut angenommen werden", erläutert Pulst. Die Verkaufskanäle Internet- und TV-Shopping sowie Katalogbestellung seien bis auf 30 Prozent angestiegen. Für 2013 erwartet der Verband Hobby-Kreativ erneut ein Umsatzplus von zwei Prozent im gesamteuropäischen Markt.

Konsumenten lassen sich Feierlaune nicht vermiesen

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten in Europa und der Welt lassen sich die Deutschen die Freude an Weihnachten und saisonalen Festen offenbar nicht nehmen. Das bestätigen zumindest die Branchen der Christmasworld, der internationalen Leitmesse für Dekoration und Festschmuck. Nach der jährlichen Hochrechnung des Institutes IFH Retail Consultants im Auftrag der Messe Frankfurt gaben die Verbraucher 2012 etwa 2,719 Milliarden Euro für Weihnachts- und Festartikel aus, also
nur 1,5 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Damit halte sich das gute
Niveau seit 2010 auf rund 2,7 Milliarden Euro.

"Wir haben in Deutschland bei allen Dingen, die das Leben schön machen, ein hohes Konsumniveau erreicht. Dies gilt auch für saisonale Dekoration", erläuterte Thomas Grothkopp, Geschäftsführer Bundesverband für den gedeckten Tisch, Hausrat und Wohnkultur.

Emotionale Anlässe lassen Kassen klingen

Weihnachten und Neujahr blieben emotionale Anlässe, zu denen weiterhin Geld für Dekoration ausgegeben werde, wobei derzeit der Ersatzbedarf etwas im Vordergrund stehe. So stiegen laut IFH in vielen Bereichen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr wieder leicht an und nähern sich dem Niveau von 2010. Beispiele dafür seien Weihnachtsartikel aus Glas mit einem Anstieg auf 34 Millionen Euro, nachdem sie 2011 auf 27 Millionen Euro gesunken waren (2010: 47 Millionen Euro).

Auch bei Weihnachtsartikel aus anderen Materialien sei eine ähnliche Kurve von 49 Millionen Euro 2010 auf 36 Millionen Euro 2011 und schließlich 38 Millionen Euro 2012 zu beobachten. Die Hersteller von Feuerwerkskörpern konnten sich unterdessen im vergangenen Jahr über eine Steigerung um 37 Millionen auf 235 Millionen Euro freuen; 2010 lag der Umsatz der Branche noch bei 218 Millionen Euro