Die deutschen Verbraucher bleiben von der Krise immer noch unbeeindruckt. Trotz der Flut von schlechten Wirtschaftsnachrichten trübt sich das Konsumklima nicht ein.

Jeden Monat bewertet das Marktforschungsunternehmen GfK anhand von 2.000 Verbraucherinterviews die Stimmung der deutschen Konsumenten im Auftrag der EU-Kommission. Fragen zu den Konjunktur- und Einkommenserwartungen, zur Anschaffungsneigung ergeben einen Lakmustest zur wirtschaftlichen Befindlichkeit der Deutschen.

Seit Monaten zeigt sich das von der GfK aus den Befragungen abgeleitete Konsumklima in Deutschland erstaunlich robust. Auch die aktuellen Zahlen für den Monat März, die die GfK an diesem Donnerstag veröffentlichte machen deutlich:  Die Konjunkturerwartung der Befragten hat sich zwar im Vergleich zum Vormonat leicht eingetrübt. "Die Anschaffungsneigung und die Einkommenserwartungen bleibt jedoch auch auf gutem Niveau", bilanzieren die Marktforscher. "In der Folge verzeichnet das Konsumklima im April nur geringe Verluste".

Niedrige Inflationsrate und staatliche Anreize

Nach wie vor dürfte die niedrige Inflationsrate einer der wesentlichen Gründe dafür sein, dass die Kaufneigung der Verbraucher auf einem recht guten Niveau stagniert, urteilt GfK-Experte Rolf Bürkl. "Hinzu kommen die finanziellen Anreize, die der Staat mit dem Konjunkturpaket II schafft und die der Handel in einigen Bereichen mit eigenen Aktionen ergänzt." So böten inzwischen viele Pkw-Hersteller in Ergänzung zur Abwrackprämie des Staates weitere Vergünstigungen an, um Kaufanreize zu schaffen.

Wie sich die Entwicklung des Konsumklimas in den kommenden Monaten fortsetzt, wird ganz entscheidend vom Arbeitsmarkt abhängen. Sollte die Arbeitslosigkeit im weiteren Verlauf dieses Jahres über das erwartete Maß hinaus ansteigen, würde dies auch dem Konsumklima einen herben Dämpfer verpassen.

Die GfK prognostiziert im Februar für den privaten Konsum in diesem Jahr ein Wachstum von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Die Binnenkonjunktur wird in diesem Jahr ein Stützpfeiler der deutschen Wirtschaft", sagt GfK-Vorstand Professor Dr. Klaus Wübbenhorst. Für den Einzelhandel erwartet die GfK ein realen Umsatzzuwachs "zwischen "0,5 und 0,6 Prozent".