Die Konjunktur- und Einkommenserwartung der Deutschen verbessern sich, die Anschaffungsneigung steigt: Laut GfK hält die Kauflust an. Konsumanreize seien deshalb überflüssig.

Die positiven Nachrichten aus der Wirtschaft hellen laut GfK die ohnehin gute Stimmung der deutschen Verbraucher weiter auf. "Das Konsumklima setzt seinen Aufwärtstrend auch im Spätsommer fort", teilte das Marktforschungsunternehmen am heutigen Donnerstag mit.

Sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartung steigen noch einmal an. Zudem verbessert sich die Anschaffungsneigung. Der Gesamtindikator prognostiziert nach revidiert 3,4 Punkten im August für September einen Wert von 3,7 Punkten. Im langfristigen Vergleich bleibt das Konsumklima jedoch weiter auf einem relativ niedrigen Niveau.

Konjukturerwartung verbessern sich

"Nachdem laut verschiedenen Wirtschaftsinstituten die Talfahrt der deutschen Wirtschaft gestoppt scheint, hat sich der Konjunkturpessimismus weiter verringert", schreiben die Konsumforscher. Somit legen die Konjunkturerwartungen zum fünften Mal in Folge zu. Die Inflation verschwindet, den Verbrauchern bleibt mehr Geld im Portemonnaie.

Dies drücke sich in steigenden Einkommenserwartungen aus. Stabile oder sogar rückläufige Preise sowie ein weiterhin verhältnismäßig stabiler Arbeitsmarkt sorgen dafür, dass auch die Anschaffungsneigung steigt.

Ob dieser positive Trend auch künftig anhalten wird, hänge jedoch davon ab, inwieweit sich der Arbeitsmarkt im Verlauf des Jahres eintrübt. Ein starker Anstieg der Erwerbslosigkeit würde sicherlich auch das Konsumklima belasten.

Abwrackprämie und Alternativen zweifelhafte Anreize

Die Abwrackprämie oder ähnliche Anreize für den Autokauf sollten nach Ansicht des GfK-Konsumforschers Rolf Bürkl trotz des Erfolgs nicht weiter verlängert werden.

"Mit einer solchen Maßnahme kann man nur eine beschränkte Zeit lang eine Nachfrageschwäche überbrücken", sagte Bürkl im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Wenn sie zur Dauereinrichtung wird, verliert sie schnell an Reiz."

Warnung vor Subventionierung

Bürkl sprach sich auch gegen die in der Politik diskutierte günstigere Regelung für Jahreswagen von Arbeitnehmern der Automobilbranche aus, um die Autokonjunktur nach dem bevorstehenden Ende der Abwrackprämie vor einem Umsatzeinbruch bewahren. Letztlich seien solche Maßnahmen eine einseitige Subventionierung einer Branche. "Das ist auf Dauer schwierig."

In der Automobilindustrie gebe es weltweit Überkapazitäten. "Dies mit Steuergeldern zu kompensieren, ist eine sehr teure und nicht erfolgversprechende Methode", sagte der Experte der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).

Welcher Partei die positive Grundstimmung der Verbraucher bei der Bundestagswahl am 27. September nütze, sei offen. "Grundsätzlich kann man sagen, dass eine überaus gute Konsumstimmung auf parteipolitischer Ebene sicherlich keine Wechselstimmung hervorruft", sagte Bürkl. "Die Verbraucher sagen sich: "Warum soll ich groß etwas ändern?".

hb mit Material von dpa