Der Handelsverband Deutschland rechnet im Weihnachtsgeschäft mit einem Minus von einer Milliarde Euro gegenüber 2008. Und nun sinkt noch die Kauflaune der Konsumenten, meldet die GfK.

Trotz überfüllter Fußgängerzonen, Kaufhäuser und Shoppingcenter haben die Deutschen laut Prognosen des Handelsverbands Deutschland (HDE) im Weihnachtsgeschäft 2009 nur 73 Milliarden Euro und damit eine Milliarde weniger als im Vorjahr ausgegeben. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in dieser Woche.

Und die schlechten Nachrichten für den Einzelhandel reißen nicht ab: Spätestens 2011 will die Bundesregierung die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung deutlich erhöhen - von derzeit 2,8 Prozent auf 4,5 Prozent, meldet die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer heutigen Ausgabe. Keine guten Aussichten für die Binnenkonjunktur.

Zum Jahresende wird weniger gekauft

Die Marktforscher der GfK prognostizieren zudem eine leichte Abkühlung des Konsumklimas zu Beginn des neuen Jahres. "Zwar stabilisiert sich die Konjunkturerwartung der Deutschen wieder, und die Einkommenserwartung legt spürbar zu." Die Anschaffungsneigung werde aber zum Jahresende sinken, heißt es in einer Pressemitteilung der GfK vom heutigen Dienstag.

Die Erwartung steigender Energiepreise schwäche die Konsumneigung, zudem würden die Verbraucher im Dezember mehr sparen. Die Verbraucherforscher begründen dies mit der unsicheren Lage auf dem Arbeitsmarkt. 

Konjunkturerholung vorhergesagt

Aber es gibt auch Silberstreifen am Horizont: Die deutschen Verbraucher gehen davon aus, dass sich die moderate Erholung der deutschen Wirtschaft auch im kommenden Jahr fortsetzen kann, stellt die GfK fest. "Mit ihrer Einschätzung gehen sie konform mit den Forschungsinstituten sowie dem Sachverständigenrat, die ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2010 von 1,5 bis 1,7 Prozent vorhersagen", schreiben die Marktforscher. Dabei setzen die Nürnberger Experten in erster Linie auf eine spürbare Erholung des Welthandels, von der vor allem die Exportnation Deutschland profitieren würde.

Diese Erholungstendenzen würden zudem dafür sprechen, dass der zu erwartende Arbeitsplatzabbau 2010 weitaus weniger heftig ausfallen wird als noch vor einem halben Jahr befürchtet. Diese Einschätzung teilen laut GfK derzeit auch die Unternehmen in der Bundesrepublik, wie der erneute Anstieg des ifo-Geschäftsklimaindex beweise.