Auf die deutschen Verbraucher ist Verlass: Sie kaufen weiter ein. Trotz Krise legte der Konsumklima-Index im Mai leicht zu. Doch die echte Belastungsprobe für den Konsum steht noch aus.

Obwohl die Bundesregierung in diesem Jahr mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um sechs Prozent rechnet, ist die Stimmung der Verbraucher immer noch recht gelassen: Der Konsumklima-Index legte im Mai zum zweiten Mal in Folge leicht zu, teilte das Marktforschungsunternehmen GfK am Dienstag in Nürnberg mit.

Beim Blick in die Zukunft sind die Verbraucher zunehmend zuversichtlich, dass die derzeitige Krise ihren Höhepunkt erreicht hat. "Ob damit aber bereits ein konjunktureller Wendepunkt erreicht ist, bleibt abzuwarten", hieß es in der GfK-Studie. Es seien aber die Chancen gestiegen, dass sich die Konjunktur bis zum Jahresende stabilisiere.

Moderate Preise animieren zum Kauf

Derzeit lassen sich die Verbraucher in ihrem Kaufverhalten noch wenig von der Krise beeinflussen. "Die Anschaffungsneigung verteidigt im Mai ihr ausgesprochen gutes Niveau und bleibt nahezu unverändert", erläuterte die GfK das Ergebnis ihrer Interviews mit rund 2.000 Verbrauchern. Neben der Abwrackprämie seien dafür in erster Linie die moderaten Preise verantwortlich, die zum Kauf animierten.

Ob dies auch in den kommenden Monaten so bleibe, hänge entscheidend von der Lage auf dem Arbeitsmarkt ab - die echte Belastungsprobe stünde noch aus, so die Marktforscher.

Konsumklima bleibt voraussichtlich stabil

Trotz der positiveren Grundstimmung rechnen die Befragten vermehrt damit, im kommenden Jahr weniger im eigenen Geldbeutel zu haben. Auf der einen Seite wirkten die niedrigen Preise sowie die anstehende Rentenerhöhung kaufkraftstabilisierend, erläuterte die GfK. Auf der anderen Seite drückten aber Kurzarbeit und die zunehmende Angst vor einer Kündigung auf die Stimmung.

Dennoch rechnen die Nürnberger damit, dass die seit März mit 2,5 Punkten stabile Konsumstimmung auch im Juni konstant bleibt. Den Einbruch bei Exporten und Investitionen könne der Konsum jedoch dennoch nicht auffangen.