Die Kauflaune der europäischen Verbraucher war im Krisenjahr 2009 an einen Tiefpunkt angelangt. Nun wollen die Europäer aber wieder mehr Geld ausgeben. Welche Sortimente profitieren, zeigt eine Studie.

Rekordhaushaltsdefizite, Angst vor steigender Arbeitslosigkeit und der Einbruch auf den Immobilienmärkten - 2009 war geprägt von schlechten Wirtschaftsnachrichten. Dies schlug sich auch in der Stimmung der europäischen Verbraucher nieder: Auf einer Skala von eins bis zehn beurteilten sie die Gesamtsituation ihres Landes Ende 2009 mit 4,2 Punkten.

Deutschland hingegen lag mit 4,9 Punkten deutlich über dem europäischen Durchschnitt.
Auf die nächsten Monate blicken die Europäer jedoch weitaus optimistischer: nahezu alle Länder schätzen die Zukunftsaussichten positiver ein als noch vor einem Jahr. Dies ergab die Umfrage "Europa Konsumbarometer 2010" der Dresdner-Cetelem Kreditbank für die 7.900 Europäer befragt wurden.

Sparen liegt hoch im Kurs

Das Ausgabeverhalten der Europäer steht demnach weiterhin klar im Zeichen der Krise. Mehr als jeder dritte Befragte will in diesem Jahr seine Ersparnisse erhöhen, der höchste Wert in der jährlichen Studie seit 2005.

In Deutschland steigen laut Untersuchung die Sparabsichten um vier Prozentpunkte, während die Konsumvorhaben um die Hälfte abnehmen. Wollten 2009 noch 82 Prozent ihre Ausgaben erhöhen, seien es jetzt nur noch 40 Prozent. In Zentraleuropa hingegen bleibt das Verhältnis zwischen Ausgaben und Ersparnissen per Saldo nahezu unverändert.

Foto: Dresdner-Cetelem Kreditbank
Foto: Dresdner-Cetelem Kreditbank
Der Konsum genießt hier im Vergleich zum restlichen Europa eindeutig eine höhere Priorität. Gefragt nach den konkreten Kaufabsichten für verschiedene Produktkategorien, spiegelt sich ein wenig Optimismus für 2010 wider: Ob für Freizeit, das eigene Zuhause oder den Sport, die Kaufabsichten der Befragten für die nächsten Monate liegen deutlich über denen der letzten beiden Jahre.

Kaufabsichten nehmen wieder zu

Auch dieses Jahr belegen "Freizeit und Reisen" bei den Europäern wieder Platz eins der Konsumpräferenzen, gefolgt von Ausgaben rund ums Haus. Ebenso stehen Haushaltsgeräte, Möbel oder High-Tech-Produkte auf der Konsumliste europaweit ganz oben. Gleiches gilt auch für deutsche Konsumenten. Das eigene Zuhause wird im Angesicht der Krise offenbar ein favorisierter Rückzugsort.

Länderübergreifend steigen die Kaufabsichten für Mobiltelefone. "Diese Entwicklung überrascht jedoch kaum", sagt Dr. Anja Welsch, Bereichsleitung Sales Support & Marketing der Dresdner-Cetelem Kreditbank. "Handys, Smartphones und Co. werden durch die monatlichen Verträge mit Service Providern und Mobilfunknetzbetreibern subventioniert." Daher könne der Verbraucher mit diesem klassischen "Vergnügungskauf" seine Konsumlust befriedigen, ohne das Portemonnaie allzu weit öffnen zu müssen.