Das kontaktlose Bezahlen soll den Durchbruch für Kartenzahlungen bei Kleinbeträgen bringen. In Hamburg pilotiert nun ein Edeka-Markt die neue Technologie an der Ladenkasse.

Im neuen Edeka Frischemarkt in der Airport Plaza Hamburg können Kunden ihre Einkäufe schnell und bequem im Vorübergehen bezahlen.

Statt umständlich nach den passenden Münzen zu suchen, Bonzettel zu unterschreiben oder PIN-Nummern einzugeben, genügt es dort die Bankkarte an einem kleinen Lesegerät vorbeizuwinken und die Kasse gibt in sekundenschnelle grünes Licht: "Zahlung erfolgt".

"Das kontaktlose Bezahlen in unserer Filiale ist nicht nur für Fluggäste interessant, die sich spontan mit einer Kleinigkeit für ihre Reise versorgen wollen, sondern auch für ausländische Kunden, die kein Bargeld in passender Währung mit sich führen", erläutert Frischemarkt-Betreiber Lars Tamme die Vorteile. "Die Technologie ist absolut zukunftsträchtig, ich bin überzeugt, dass das Pilotprojekt ein Erfolg wird."

Rund eine Millionen Paypass-Karten im Markt

Eine Voraussetzung muss jedoch für die neue, schnelle und bequeme Zahlungstechnologie erfüllt sein: Der Kunde muss im Besitz einer Karte mit Paypass-Technologie des Kreditkartenanbieters Mastercard sein.

Derzeit verfügen rund 500.000 Miles&More-Kreditkarten und 460.000 Payback-Bonuskarten mit Maestro-Zahlungsfunktion über diese Technik. Bei ausländischen Kreditkarten genießt die NFC-Technologie (Near Field Communication) zumeist schon eine deutlich höhere Verbreitung.

Doch auch in Deutschland werden mittelfristig immer mehr Kredit- und Debitkarten mit dieser Technik ausgestattet.

Der Sparkassen Finanzverbund beispielsweise hat angekündigt, ab dem zweiten Halbjahr 2011 ihre rund 45 Millionen SparkassenCards nach und nach vollständig mit der neuen Bezahltechnologie auszustatten. Und auch Mastercard-Konkurrent Visa verfügt mit "payWave" über eine entsprechende Funktechnik für seine Kärtchen.

Schnelle Abwicklung, höhere Frequenz, mehr Umsatz

Von der schnelleren Abwicklung der Zahlungstransaktion profitieren Händler, da sich Kundenfrequenz und Umsätze erhöhen können. Insbesondere für Kassenplätze mit vielen Kleinbetragszahlungen und hoher Frequenz ist das kontaktlose Zahlen mit der Karte interessant.

Beim Zahlungsbetrag gibt es keine besondere Limitierung, ab eine Umsatzhöhe von 25 Euro wird zur Autorisierung die Unterschrift oder PIN-Nummer vom Karteninhaber verlangt.

Foto: Telecash
Foto: Telecash
Einzelhandel und Kreditwirtschaft erhoffen sich von der neuen Technologie einen Durchbruch für die Kartenzahlung im Bereich der Kleinbetragszahlungen, der mit der Geldkartenfunktion bislang nicht erreicht werden konnte.

"Mit der kontaktlosen Zahlung schlagen wir ein neues Kapitel in der Geschichte des elektronischen Bezahlens auf", erklärt Jörg Stahl, Produkt Development Manager bei der Telecash. Der Zahlungsdienstleister aus dem Hause First Data ist der Technologie-Partner bei dem Edeka-Pilotprojekt am Hamburger Flughafen.

Bereits seit Mai 2010 kann an 485 Star-Tankstellen kontaktlos gezahlt werden. Die erste Akzeptanzstelle für die Paypass-Technologie in Deutschland waren die Snack-Shops von Mayer´s Brezel am Frankfurter Flughafen. "Das kontaktlose Zahlen ist längst kein Nischenmarkt mehr", sagt Jürgen Schübel, Head of Commerce Development bei Mastercard im Gespräch mit derhandel.de.

Weltweit seien bereits 75 Millionen Kreditkarten mit der Paypass-Technologie ausgerüstet, mit denen an rund 240.000 Akzeptanzstellen im Vorbeigehen gezahlt werden könne. "In den Vereinigten Staaten, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Schweiz und Polen ist das kontaktlose Zahlen schon weit verbreitet und im deutschen Handel gibt es ein reges Interesse an dieser Zahlungslösung", so Schübel.