Inhabergeführte Modeboutiquen werden rar: Der Marktanteil der kleinen Fachgeschäfte lag in Deutschland im Jahr 2011 erstmals unter zehn Prozent.

Seit der Jahrtausendwende nimmt die Konzentration im Bekleidungsfachhandel zu. Im Jahr 2011 rutschte der Marktanteil von Unternehmen mit jährlichen Nettoumsätzen von weniger als einer halben Million Euro sogar erstmals unter die 10-Prozent-Marke, meldet der Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels (BTE). Der Anteil der Großunternehmen mit Umsätzen jenseits der 100 Millionen Euro beträgt demnach nun fast 50 Prozent. Seit dem Jahr 2000 hätten damit die kleinsten Unternehmen 40 Prozent an Umsatz verloren, während die Großunternehmen um mehr als 80 Prozent zugelegt haben.

"Einher ging diese Entwicklung mit einem Abschmelzungsprozess bei den kleinen Unternehmen, der größtenteils auf freiwillige Geschäftsschließungen beruhen dürfte", heißt es in der Pressemitteilung. "Waren im Jahr 2000 noch 29.767 Unternehmen mit Nettoumsätzen bis 0,5 Millionen Euro am Markt vertreten, so ist ihre Zahl im Jahr 2011 um mehr als 11.000 auf nur noch 18.041 gefallen. Das entspricht einem prozentualen Rückgang in Höhe von 39,4 Prozent."

Die Großen wachsen durch Flächenexpansion

Allein im Jahr 2011 schlossen demzufolge 828 der kleineren Unternehmen oder stiegen in die nächste Umsatzgrößenklasse auf, insgesamt verschwanden im vorletzten Jahr 869 selbstständige Bekleidungsgeschäfte vom Markt.

Dagegen sei die Zahl der größeren Unternehmen seit 2000 leicht angestiegen. Zwar fiel die Zahl der Unternehmen mit mehr als 100 Millionen Euro Nettoumsatz laut der Umsatzsteuerstatistik vom Jahr 2000 bis 2011 von 33 auf 27. Doch im selben Zeitraum habe sich die Zahl der Unternehmen in der Größenklasse 25 bis 100 Millionen Euro Umsatz von 64 auf 73 erhöht.

Die Entwicklung der vergangenen Jahre bedeutet dem Verband zufolge aber nicht, dass Großunternehmen generell erfolgreicher sind als kleine und mittelgroße Modegeschäfte. "Schließlich gab es seit der Jahrestausendwende etliche spektakuläre Schieflagen oder sogar Schließungen großer Modefilialisten, während viele gut aufgestellte Mittelständler ihre Position im Markt behaupten oder sogar ausbauen konnten", schreibt der BTE. "Zudem wachsen die erfolgreichen Moderiesen - anders als die meisten Mittelständler - in erster Linie durch Flächenexpansion."