Erst zwei Prozent der Umsätze mit Pflege- und Schönheitsprodukten werden in Deutschland online erzielt. Allerdings wächst das digitale Geschäft sechsmal schneller als der Gesamtmarkt.

Nur zwei Prozent der Onlineshopper in Deutschland erwerben Pflege- und Schönheitsprodukte im Internet. Dabei wächst der etwa 372 Millionen Euro große Onlinemarkt sechsmal schneller als der Gesamtmarkt für diese Produkte, so das Ergebnis einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney.

Das Wachstumspotenzial ist den Beratern zufolge sehr groß, denn erst zwei Prozent der Umsätze mit Pflege- und Schönheitsprodukten werden derzeit online erzielt. Im Vergleich dazu machen Webshops in Frankreich sechs Prozent und in Großbritannien fünf Prozent der Branchenumsätze aus.

Komfort und Preise wichtig

Als Beweggründe für den Onlinekauf nannte jeder dritte Befragte in Deutschland den größeren Komfort und jeder vierte die besseren Preise. An dritter Stelle rangiert die Möglichkeit, sich im Internet zu informieren (21 Prozent).

"Viele Händler und Hersteller von Pflege- und Schönheitsprodukten haben den Onlinehandel lange Zeit gemieden. Diese Taktik wird in Zukunft allerdings nicht mehr funktionieren, denn der Onlinehandel entwickelt sich rasant, und damit steht für die Marktteilnehmer viel auf dem Spiel", sagt Peter Pfeiffer, Partner bei A.T. Kearney und Leiter der Studie.

Die Befragten, die nicht online einkaufen, begründeten ihre Zurückhaltung vor allem damit, dass ihnen der Onlinekauf keine Möglichkeit gibt, ein Produkt im Vorfeld anzufassen. Außerdem schreckten sie die Lieferkosten bei Onlinebestellungen ab.

Multichannel wird auch hier wichtiger

Die aktivsten Onlinekunden geben der Studie zufolge für Pflege- und Schönheitsprodukte schon heute etwa gleich viel im Internet wie im Geschäft aus. "Multi-Channel-Shopping wird immer wichtiger", ist Pfeiffer überzeugt. "Für Hersteller und Händler heißt das: Sie müssen dort sein, wo der Kunde anzutreffen ist, ganz gleich ob im Onlineshop oder im stationären Geschäft."

In Deutschland und Großbritannien steht darüber hinaus Amazon an der Spitze der Onlinehändler für Pflege- und Schönheitsprodukte, in Frankreich belegt das Unternehmen Platz Fünf. Während die deutschen und britischen Onlineshopper dazu neigten, ihre unterschiedlichen Einkäufe vom Buch bis zur Gesichtscreme in nur einem Onlineshop zu tätigen, kaufen die französischen Onlinekunden ihre Pflege- und Schönheitsprodukte eher bei spezialisierten Anbietern, wie beispielsweise Sephora oder Yves Rocher. So erkläre sich, dass in Frankreich die vier führenden Onlinehändler für Pflege- und Schönheitsprodukte spezialisierte Onlineshops sind.