Händler sollten wissen: Kunden, die mit Kreditkarten einkaufen, sind spendabler als Barzahler. Das ist jetzt wissenschaftlich gesichert.

Dieser Verdacht ist nun mit einer wissenschaftlichen Studie abgesichert. Die US-amerikanische Marketingprofessorin Priya Raghubir und ihr Kollege Joydeep Srivastava haben das Ausgabeverhalten von Kartennutzern untersucht und festgestellt, „dass weniger transparente Bezahlformen das Geldausgeben erleichtern”, wie Priya Raghubir im Wissenschaftsmagazin Journal of Experimental Psychology: Applied schreibt.

„Je offenkundiger wir das Geld verlieren, umso größer ist der Widerstand gegen das Ausgeben und umso höher der Schmerz beim Bezahlen.” Heißt: Beim Bezahlen mit Bargeld tun sich die Kunden schwerer, weil der Verlust sofort sichtbar wird.

Sparsamer essen im Restaurant

Die beiden Wissenschaftler haben in vier Studien das Ausgabeverhalten von Konsumenten untersucht. Zwei Erhebungen galten den Zahlgewohnheiten mit Karte, zwei mit Bargeld.

Dabei kam unter anderem heraus, dass 114 Probanden in einem Restaurant durchschnittlich nur 10,96 Dollar ausgaben, wenn mit Bargeld bezahlt werden musste. Kam die Karte in Einsatz, wurde für 12,70 Dollar gegessen und getrunken.

Eine weitere Untersuchung galt dem Einkaufsverhalten für das Essen am Thanksgiving-Fest. Hier sollten 57 Teilnehmer den traditionellen Truthahn sowie Salat, Gemüse, Brot und Wein einkaufen. Auch hier zeigten sich Kreditkartennutzer kauffreudiger und gaben im Durchschnitt 175 Dollar aus. Die Bargeldkunden begnügten sich mit 145 Dollar.

Priya Raghubir sagte, dass es für einen Händler oder Dienstleister wichtig ist, dem Kunden das bezahlen zu erleichtern. Dann entscheidet sich dieser schneller - egal, ob er ein Produkt braucht oder nicht.