Die Preise für Spielzeug sinken, die Nachfrage aber steigt. Der Markt für Videospielkonsolen dürfte allerdings bald gesättigt sein.

In der Vorweihnachtszeit purzeln die Preise für Spielzeug. "Die Spielwarenbranche ist die einzige Branche, die in ihrer Höchstphase die günstigsten Preise anbietet", sagte der Direktor des Marktforschungsinstituts EuroToys, Werner Lenzner, am Dienstag in Nürnberg. In den letzten drei Monaten würden knapp 50 Prozent des Jahresumsatzes gemacht. Besonders das Internet und die großen Filialketten heizten den Wettbewerb zu Weihnachten stark an.

Der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes des Spielwaren-Einzelhandels (BVS), Wieland Sulzer, warnte allerdings davor, mit dem Kauf bis kurz vor Heiligabend zu warten. "Dann gehen die Preise erfahrungsgemäß wieder nach oben."

Spielwarenumsatz in Krise robust

Insgesamt habe sich der Spielwarenmarkt in diesem Jahr ausgesprochen robust gegenüber der Wirtschaftskrise gezeigt, sagte der BVS-Geschäftsführer Willy Fischel. Die Krise sei noch nicht im Kinderzimmer angekommen. Im Gegenteil: "Die Deutschen verbringen in stürmischen Zeiten wieder mehr Zeit mit ihrer Familie und Freunden zu Hause", sagte Fischel. Damit profitiere die Branche von der "neuen Häuslichkeit".

Für den in den Vorjahren stets boomenden Bereich der Videospiele erwarten die Spielwarenhändler in diesem Jahr hingegen kein Wachstum: "Hier wird es eine Stagnation geben", sagte Marktforscher Lenzner. Dies sei vor allem mit einer Sättigung des Marktes zu erklären. Spielekonsolen seien inzwischen in vielen Haushalten zu finden, zudem würden die Preise für die Software kontinuierlich sinken.

Klassiker legen zu

Für das laufende Jahr rechnen die Spielwarenhändler im Bereich des klassischen Spielzeugs mit einem Umsatzanstieg von 3 Prozent auf 2,36 Milliarden Euro (2008: 2,29 Milliarden Euro). Der Gesamtmarkt - mit Videospielen - soll 2009 um bis zu 2 Prozent auf rund 4,3 Milliarden Euro wachsen.

"Das wäre ein enorm positives Ergebnis", so Fischel. Denn der Einzelhandel insgesamt rechne für das laufende Jahr mit einem Rückgang von bis zu 2 Prozent. Eine Umsatzprognose für das Jahr 2010 wollte der BVS aber unter Verweis auf die unsichere weltweite Marktentwicklung nicht abgeben.

Zufrieden mit der Entwicklung auf dem Markt für klassisches Spielzeug zeigt sich auch die Spielwarenindustrie. Im Jahr 2008 seien hier 2,29 Milliarden Euro umgesetzt worden. Dies entspreche einem Zuwachs von 2,7 Prozent, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Verbandes der Spielwaren-Industrie (DVSI), Volker Schmid. Zahlen für 2009 liegen dem Verband erst im kommenden Frühjahr vor.

Sammelkarten wieder in

"Ein Wachstumsmotor für die Spielwarenbranche waren dieses Jahr Sammelthemen", erläuterte Marktforscher Lenzner. Während bei den Jungen Sammelkarten oder Figuren angesagt gewesen seien, habe sich bei den Mädchen alles um Tierfiguren oder Elfen gedreht. Zu den erfolgreichen Produkten zählten aber auch Baukästen, Gesellschaftsspiele oder Outdoor-Spielwaren wie Roller oder Trampoline.