Eine Umfrage zeigt: Trotz Wirtschaftskrise gehen die Deutschen nicht häufiger beim Discounter einkaufen. Auch die Imagewerbung von Lidl macht die Billiganbieter nicht sympathischer.

Entgegen der Annahme vieler Marktforscher konnten die Discounter bislang von der Wirtschaftskrise nicht profitieren. Das ist das Ergebnis einer Exklusivumfrage, die von der Fachzeitschrift Horizont in Auftrag gegeben wurde.

Die repräsentative Umfrage des Münchener Marktforschungsunternehmens Imas International zeigt: Die Einkaufsfrequenz bei den Discountern stagniert weitgehend. Die Anzahl der Käufer, die mindestens einmal pro Woche einen Billiganbieter aufsuchen, ging sogar um einen Prozentpunkt zurück (63 Prozent, 2008: 62 Prozent). Der Prozentsatz derjenigen, die alle zwei Wochen beim Discounter einkaufen, bleibt mit 19 Prozent stabil.

Aldi hat die treueste Kundschaft in der Branche

Branchenprimus Aldi kann sich dennoch freuen: Während die Präferenz bei den Konkurrenten weitgehend stabil geblieben ist, können die Mülheimer ihren Vorsprung ausbauen. Statt 41 Prozent wie im Vorjahr, erledigen nun 46 Prozent der Befragten hier ihre Einkäufe.

Die Präferenz der Verbraucher für Lidl hat sich im Vergleich zu 2008 nicht verändert: Nach wie vor sagen 25 Prozent der Befragten, dass sie dort am häufigsten einkaufen. Der Handelsriese dürfte sich mehr erhofft haben, hat er doch vor rund acht Monaten den Einstieg in die TV-Werbung gewagt.

Imagewerbung von Lidl erzielt bislang kaum Effekte

Auch die Sympathiewerte von Lidl sind trotz intensiver Werbekampagnen nur minimal gestiegen. Lediglich einen Prozentpunkt konnte der Handelsriese aus Neckarsulm aufholen.
 
54 Prozent der Befragten empfinden Lidl als sehr sympathisch oder sympathisch - 2008 waren es 53 Prozent. Damit liegen die Neckarsulmer mit großem Rückstand auf Rang 2. Aldi ist mit 66 Prozent der "sympathischste" Discounter .