Die Finanzkrise wird die ungebremste Flächenexpansion im Einzelhandel dämpfen, sagt der Handelsverband BAG.

„Wir gehen davon aus, dass die stürmische Flächenentwicklung im Einzelhandel, wie sie sich in den letzten Jahren vollzog, durch die Finanz- und Immobilienkrise  abgebremst wird," sagte BAG-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels.

 „Durch die Krise wird der Wettbewerb auf dem Sektor der Einzelhandelsimmobilien noch weiter angeheizt," sagt der Verbandsmanager. „Vielleicht erübrigen sich dann auch viele Vorschriften und Gesetze zur Eindämmung des Flächenwachstums im Einzelhandel."

Keine Kaufkraft, keine neuen Flächen

Der Verband fordert Konsequenzen für die Ausweisung neuer Verkaufsflächen. „Es stellt sich die Frage, woher die Kaufkraft für die neuen Verkaufsflächen kommen soll", sagt Pangels. "Ungeachtet dessen werden in den Städten und Gemeinden munter weiter Einzelhandelsflächen im großen Stil genehmigt. Wir fordern die Städte und Gemeinden auf: Stoppen Sie den ungezügelten Verkaufsflächenzuwachs!"

Der Verband wies darauf hin, dass in den meisten Städten und Gemeinden Deutschlands genügend Fläche vorhanden ist. Insgesamt gebe es daher keine zwingende Notwendigkeit für neue großflächige Einzelhandelsvorhaben.

Es stelle sich die Frage, ob generell überhaupt der Bedarf nach zusätzlichen Handelsflächen bestehe, so Pangels: „Strategien, die lediglich auf Umverteilung von Einzelhandelsumsätzen setzen, greifen zu kurz und gefährden städtische Versorgungsstrukturen."