Mit Smartphones lässt sich heute gut fotografieren. Wenn Kunden daher einen richtigen Fotoapparat kaufen wollen, dann muss das Gerät mehr bieten als ein mobiles Telefon.

Wenn Verbraucher Fotoapparate kaufen, dann suchen sie Artikel, die im Vergleich zu Smartphones einen spezifischen Mehrwert haben. Insbesondere spiegellose System-Kameras und Kompaktkameras mit großem Sensor oder hohem Zoomfaktor sind erfolgreich. Ein ungebrochen dynamisches Wachstum zeigen zudem die Action-Cams. Das sind Ergebnisse der Nürnberger GfK zum globalen Fotomarkt anlässlich der Internationalen Funkausstellung (IFA) nächste Woche in Berlin.

Das weltweite Marktvolumen wird zum Jahresende laut GfK bei etwa 21 Milliarden Euro liegen. Der Umsatz mit Digitalkameras und Objektiven sank dabei im ersten Halbjahr weltweit um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dies sei in erster Linie der Entwicklung im Massenmarkt der einfach ausgestatteten Kompaktkameras geschuldet, deren Funktionen auch von Smartphones erfüllt werden. Dieses Kamera-Segment verlor laut GfK 35 Prozent seines Umsatzes.

Höhere Preise stützen Umsätze halbwegs

Wechselobjektivkameras stehen für über 68 Prozent des gesamten Umsatzes bei Digitalkameras. Der größte Anteil entfällt hierbei mit 75 Prozent nach wie vor auf die Spiegelreflexkameras. Ihr Absatz sank um 18 Prozent, der Umsatz aber nur um 10 Prozent, da der Durchschnittspreis gleichzeitig um 71 Euro auf 768 Euro stieg.

Dies habe nach den Erkenntnissen der Nürnberger Konsumforscher  vor allem an Modellen aus dem High-End-Bereich gelegen, die mit einem Vollformat-Sensor ausgestattet sind und im Durchschnitt 2.155 Euro kosten.

Der Kunde will handliche Kompaktkameras

Weitere 25 Prozent entfallen auf spiegellose System-Kameras (Compact-System-Kameras), deren Umsatz sich um 4 Prozent erhöhte. Doch auch hier gingen die verkauften Stückzahlen um 11 Prozent zurück. Der Durchschnittspreis dagegen stieg um 79 Euro auf 565 Euro.

Kompaktkameras erzielen 64 Prozent ihres Umsatzes mit High-End-Modellen. Besonders gefragt sind laut GfK handliche Geräte mit einem starken optischen Zoom (größer als 20fach). Außerdem sind Modelle beliebt, die über ein kleines Gehäuse verfügen, aber mit einem großen Sensor ausgestattet sind. Hier geben die Konsumenten  mit durchschnittlich 504 Euro knapp 125 Euro mehr dafür aus als noch im vergangenen Jahr.

Action-Cams enorm gefragt

Einzeln verkaufte Wechselobjektive entwickeln sich besser als die Kameras selbst. Der Erfolg hochwertiger Kameras im Spiegelreflex- und Spiegellos-Bereich bewirkt eine höhere Nachfrage nach zusätzlicher Ausstattung mit passenden Objektiven. Im ersten Halbjahr 2015 bleibt der Umsatz in Europa mit einem Minus von 3 Prozent daher fast stabil.

Das weltweite Marktvolumen der Action-Cams ist im ersten Halbjahr um etwa 55 Prozent gewachsen. Die Prognosen für 2016 laufen auf ein weiteres starkes Wachstum hinaus. Die verkauften Stückzahlen von traditionellen Camcordern gingen dagegen global um 23 Prozent zurück.

Analysen für den europäischen Markt zeigen, dass die 4K-Auflösung dabei gefragt ist: 36 Prozent der im ersten Halbjahr verkauften Action-Cams waren bereits damit ausgestattet. Darüber hinaus erzielten 4K-Camcorder einen Umsatzanteil von 16 Prozent im Segment der traditionellen Camcorder und trugen zu einer deutlichen Erhöhung des Durchschnittspreises auf 379 Euro bei.