Die Konsumenten sind grundsätzlich bereit, für Serviceangebote Geld auszugeben, wenn diese im Alltag Zeit sparen. Das zeigt die aktuelle Studie Consumer Barometer.

Zeit kann man nie genug haben. Das sehen auch drei von vier Konsumenten so, denn sie hätten gerne mehr Zeit im Alltag zur freien Verfügung. Dafür sind rund 70 Prozent der Bundesbürger auch bereit Geld auszugeben, zeigt die aktuelle Studie Consumer Barometer des Kölner Instituts für Handelsforschung und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, deren Ergebnisse Der Handel in der September-Ausgabe exklusiv vorstellt.

Dabei gibt es einen Unterschied: Jüngere Befragte "bis 29 Jahre" und "30 bis 39 Jahre" geben mit jeweils mehr als 80 Prozent an, dass es ihnen an Zeit im Alltag fehlt. Bei den über 60-Jährigen sind es gut 50 Prozent.

Rund 65 Prozent der Konsumenten versuchen demnach, gezielt im Alltag Zeit zu sparen. Der entsprechende Anteil der Befragten mit höherem Haushaltsnettoeinkommen liegt höher als bei Befragten niedrigerer Gehaltsstufen: Befragte mit einem Einkommen von "5.000 Euro und mehr" zeigen mit 71 Prozent das höchste Engagement beim Versuch, Zeit im Alltag einzusparen.

Neue Produkte und Service-Angebote

Ein hoher Anteil aller Befragten zeigt der Studie zufolge Interesse an neuartigen Produkten, Technologien oder Dienstleistungen, die versprechen, im Alltag Zeit einzusparen. Zuallererst im Haushalt: Acht von zehn Konsumenten wünschen sich Entlastung beim Putzen, 42 Prozent beim Lebensmitteleinkauf und vier von zehn Konsumenten beim Kochen. Drei von zehn Befragten würden gerne beim Kauf von Geschenken Zeit sparen, jeder vierte beim Modeshopping und knapp 19 Prozent bei der Anschaffung von Möbeln.

17 Prozent wünschen sich bei der Nutzung digitaler Medien wie Smartphone, Tablet oder Smart-TV mehr Angebote zur Zeitersparnis. Männer haben hier mit knapp 21 Prozent häufiger das Bedürfnis nach Zeitersparnis als Frauen mit 14 Prozent.

Das Bedürfnis, beim Einkauf von Lebensmitteln und anderen Gütern des täglichen Bedarfs Zeit zu sparen, sinkt der Studie zufolge mit zunehmendem Alter. So wünschen sich 50 Prozent der unter 30-Jährigen eine Zeitersparnis beim Lebensmitteleinkauf, während es bei den über 60-Jährigen nur knapp 25 Prozent sind.

Nützliche Lebensmittel-Onlinebestellungen

Drei von vier Befragten bewerten Onlinebestellung und Lieferung von Lebensmitteln als nützlich, um Zeit zu sparen. 54 Prozent der Befragten gaben an, einen solchen Lieferservice bereits zu nutzen oder in Zukunft nutzen zu wollen. Eine vergleichbare Tendenz zeigt sich für "Click & Collect": Gut 68 Prozent halten die Möglichkeit, online zu bestellen und die Lebensmittel im Laden abzuholen, für nützlich. Aber nur knapp 50 Prozent der Befragten gaben an, diesen Service zu nutzen oder nutzen zu wollen. Liefer-Abos empfinden unterdessen 57 Prozent der Befragten als nützlich.

88 Prozent der Befragten bewerten die Onlinebestellung von Bekleidung als gute Entlastungsmöglichkeit. Als besonders nützlich empfinden die Konsumenten dabei einfache und kostenfreie Retouren. Mehr als 60 Prozent sprechen "Click & Collect" für Bekleidungsartikel eine hohe Nützlichkeit zu. Die Hälfte der Befragten gab an, diesen Service zu nutzen oder zu planen. Im Altersvergleich zeigt sich, dass es hier vor allem die Jüngeren sind, die diese Art des Onlineeinkaufs nutzen oder nutzen möchten.

Sybille Wilhelm


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