Zweistelliges Plus in DACH im ersten Quartal, zweistelliges Plus in der Gruppe, ein weiter dahinschmelzendes Minus. Doch noch ist der EBIT Break Even der Gruppe längst nicht in Griffweite, dürfte auch Ende 2014 noch verfehlt werden. Damit es 2015 klappt, muss noch einiges passieren. Doch was hat Zalando dafür im Köcher? Vorstand Rubin Ritter gibt dazu einige Antworten und einige Andeutungen.

 

Conference Call mit Rubin Ritter. Das heißt: viel Nebel und Geklingel, Zalando ist ja auch nicht zur Transparenz verpflichtet, in den Aussagen (“super Sales”), aber einige klare Andeutungen. Was also plant Zalando 2014, um mehr Profit zu machen und einen, so Ritter, „großen Schritt in Richtung Break Even" zu machen?

 

IPO

Wie immer, die Floskel von der F5-Taste des Unternehmenssprech: Kein Kommentar zu Gerüchten, langfristiges Wachstum ist wichtig, man schaut sich alle Optionen an. 
(Nach den jüngsten Gerüchten um einen IPO an der Nasdaq könnte die beste Wette lauten: Zalando schafft es bis Ende des Jahres seine Ebit-Marge auf minus 2,5% zu verbessern und geht damit an die Börse, weil Anleger dann auf den Break Even hoffen dürfen. IPOs leben schließlich von der Hoffnung auf baldige Kursgewinnen. Zalando muss also gar nicht Break even sein, es reicht die Aussicht darauf, dass das möglich ist.)

Internationalisierung

Vorerst wird es keine kostspieligen Abenteuer im Ausland mehr geben. Konkrete Pläne gebe es nicht, sagt Ritter. Portugal bleibt also beispielsweise weiter ein weißer Fleck auf der Landkarte.

Mobile

38 Pozent des Traffics komnmen mittlerweile über mobile Endgeräte. Kein Wunder also, dass man bei Zalando von Comscore-Zahlen, die mobile Besucher nicht messen, aber ansonsten ständig weitere Trafficverluste vermelden, schwer genervt ist.
Mobile soll sogar noch wachsen. Im Sommer soll es neue Apps für alle europäischen Märkte geben. Dazu gehört für Ritter auch ein Feature wie Image Recognition. Das ist keine Überraschung. Zalando gehört bereits zu den Testern der Software "FindSimilar" von Cortexica Visual Systems, die im Schaufenster oder auf der Straße abfotografierte Klamotten erkennt.

Webshop

Mehr Personalisierung will sich Zalando auch auf die Fahnen schreiben. Unter anderem mit dem schon gestartetenen „Shop the Look“ mit dem man sich gleich den ganzen Style eines Models ins Haus schicken lassen kann und demnächst mit einen personalisierten Fashion-Feed mit News, Marken- und Produkttipps. Etailment-Leser wissen das.

Marketing/ Fullfilment

Die Effizienz-Schraube bei den Werbespendings wird Zalando weiterdrehen. Anders gesagt: Keine Hoffnung auf steigende Etats für die Werbebranche. Eher im Gegenteil. Auch bei der Logistik kann Zalando nach Abschluss der Erweiterungen in Erfurt weiter an der Optimierung im Lager drehen. Details: unklar. Vielleicht aber muss Zalando nach dem RTL-Bericht auch das eine oder andere geplante Detail – jenseits angekündigter Verbesserungen für die Mitarbeiter -  neu bewerten.  

Eigenmarken

Auch da denkt Zalando – natürlich – langfristig. Man baue, so Ritter, auf „organisches Wachstum“. Das klingt bei ihm deutlich konservativer und kostenorientierter, als bei manchen Beratern die Mittelständlern bei Eigenmarken immer raten: „pushen, pushen, pushen“.