Intersport-Technikchefin Andrea Lutterbeck spricht mit Der Handel über Chancen und Grenzen einer energetischen Optimierung von Lichtsystemen im Bestand.

Frau Lutterbeck, was raten Sie Händlern, die ihr Beleuchtungssystem optimieren wollen?

Ein kompletter Systemwechsel ist nicht unbedingt notwendig, denn LEDs sind kein Allheilmittel, sondern eine schöne Ergänzung. Händler können mit einem Refresh, der Sanierung bestehender Entladungslampen oder sogenannten Retrofit-Lösungen in die LED-Beleuchtung einsteigen, also konventionelle Leuchtmittel durch LED ersetzen. Damit sparen Sie Strom, und aufwendigere Umbauten sind überflüssig.

Was muss man beachten, wenn man auf LED umstellen will?
Zuerst muss der Händler seine aktuelle Situation feststellen, also das vorhandene Konzept und die technische Sanierfähigkeit der bestehenden Anlage. Dann muss er seine Ziele im Hinblick auf die energetische Optimierung und sein Budget analysieren, und zwar kritisch: Was will man mit dem Licht erreichen, welches Konzept soll die Handelsfläche unterstützen. Zudem muss er prüfen, ob das vorhandene Konzept noch das richtige für den Laden ist. Außerdem sollte man auch auf die Zukunftsfähigkeit des Produkts und des Lieferanten achten.

Was zeichnet denn ein gutes Lichtkonzept aus?

Der Händler muss ausarbeiten, was die Beleuchtung an welcher Stelle im Laden können muss. Denn durch LEDs verändern sich die Lichtfarbe und die Lichtwirkung im Raum. Während eine Entladungslampenbeleuchtung zum Beispiel Struktur und Schatten hat, ist das LED-Licht eher flach. Will man einen Glamour-Effekt, ist das kontraproduktiv. Man muss zudem die Lichtwirkung und mögliche Blendeffekte testen und die veränderte Wärmeentwicklung berücksichtigen.

Wie kann ein Händler testen, wie das Licht wirkt?
Man kann die Lichtwirkung nicht vom Papier aus beurteilen, sondern sollte Muster-LEDs nutzen. Beispielsweise kann je nach LED ein blaues T-Shirt ganz anders aussehen. Ein Textilhändler sollte daher T-Shirts in möglichst vielen unterschiedlichen Farben vor verschiedene Muster-LEDs halten, um einen Eindruck zu bekommen, welche Lichtwirkung ihm am besten gefällt.

Worauf muss man beim Austausch achten?
Bei Halogenlampen, also Niedervolt-Leuchten, sollte man prüfen, ob die Betriebsgeräte kompatibel sind und das System in technischer und optischer Hinsicht testen. Außerdem muss man bedenken, dass die LED die Wärme nach hinten ableitet und dementsprechend auf die Belüftung achten. Will man eine Leuchtstofflampe ersetzen, kann sich durch die LED die Abstrahlcharakteristik deutlich ändern. Neben der Retrofit-Lösung ist bei Leuchtstofflampen übrigens auch eine Konversion möglich, also ein Leuchtenumbau, bei dem gewissermaßen eine neue Leuchte entsteht. Wer Entladungs- und Metalldampflampen im Bestand hat, kann gar nicht umrüsten. Nach heutigem Stand ist ein Wechsel zu LED nicht ratsam, da es noch keine adäquate Technologie gibt.

Sybille Wilhelm

Der Artikel ist in der April-Ausgabe von Der Handel erschienen. Zum kostenfreien Probeexemplar geht es hier. Lesen Sie Der Handel auch auf dem iPad.