Nach Millionenverlusten: Der Handelskonzern Rewe will einem Medienbericht zufolge seine defizitäre Elektronikkette ProMarkt möglichst bald loswerden.

Rewe-Chef Alain Caparros dringe auf eine schnelle Trennung von ProMarkt, berichtet die "Lebensmittel Zeitung" in ihrer aktuellen Ausgabe. Vor kurzem soll ein Verkaufsprospekt verschickt worden sein.

In Branchenkreisen sei allein für das Jahr 2011 von einem Verlust von rund 40 Millionen Euro die Rede. Damit sei ProMarkt der zweitgrößte Verlustbringer im Kölner Konzern nach der Discounttochter Penny. Allerdings legen die Discounter insgesamt in Deutschland wieder deutlich zu.

Ein Unternehmenssprecher verwies darauf, dass man auch in der Vergangenheit Spekulationen zu ProMarkt nicht kommentiert habe. ProMarkt wollte 2012 mit einem gestrafften Filialnetz und aufgemöbelten Läden aus den roten Zahlen kommen.

Gemeinsame Sache mit Expert?

Rewe soll dem Zeitungsbericht zufolge zuvor Pläne für ein Gemeinschaftsunternehmen von ProMarkt mit dem Konkurrenten Expert verworfen haben. Es sei darum gegangen, die zuletzt noch 68 ProMarkt-Standorte schrittweise an den Langenhagener Verbund abzugeben.

Dieser Prozess hätte sich aber über mehrere Jahre hinziehen können. Das soll dem Rewe-Chef zu lang gewesen sein, der einen Schlussstrich unter das Kapitel ProMarkt ziehen wolle. Nun ist nach Informationen der "Lebensmittel Zeitung" ein Einzelverkauf von Standorten vorgesehen.

ProMarkt ist nur in Deutschland aktiv. 2011 sank der Umsatz um 3,8 Prozent auf 600 Millionen Euro.