Datenschützer aus drei Ländern fordern eine schnellere Löschung von Kundendaten, die bei der Zahlung mit EC-Karte gespeichert werden. Eine bundesweite Einigung hierzu gibt es jedoch nicht.

Die Datenschutzbehörden mehrerer Bundesländer setzen Handelsunternehmen und EC-Netzbetreiber unter Druck und fordern eine "striktere Einhaltung von Datenschutzrichtlinien".

Wie der Radiosender NDR Info meldet, sollen demnach Daten von Kunden, die mit EC-Karte (offiziell: Girocard) und Unterschrift zahlen, nur noch "einige wenige Tage" gespeichert werden - und nicht, wie bisher, bis zu einem Jahr.

Demnach wollen Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen auch die Bildung gemeinsamer Datenpools einschränken, in denen neben der Kontonummer auch Kaufbetrag, Zeitpunkt und Ort des Einkaufs hinterlegt sind.

Solche Datensammlungen sollen künftig "ausschließlich zur Missbrauchsbekämpfung" zulässig sein. Zudem müssen die Kunden, die dieses sogenannte Lastschriftverfahren nutzen, über die Verwendung ihrer Daten informiert werden.

Netzbetreiber bleiben gelassen

Eine bundesweite Einigung aller Landesdatenschutzbehörden zu diesem Thema ist jedoch gescheitert. Grund hierfür seien laut NDR Forderungen einzelner Bundesländer nach einer noch strengeren Auslegung des Bundesdatenschutzgesetzes, denen sich die Mehrheit der Aufsichtsbehörden nicht anschließen wollte.

Die drei größten EC-Netzbetreiber reagierten gelassen auf die neuen Vorgaben. Man komme damit "gut zurecht", sagte ein Sprecher des Münchner Unternehmens Intercard: "Voraussichtlich müssen wir unsere Geschäftsprozesse nur geringfügig ändern."

Ein Sprecher von Telecash im hessischen Bad Vilbel nannte die Neubewertung durch die Aufsichtsbehörden "sinnvoll und im Sinne eines guten Datenschutzes". Auch Marktführer Easycash stellte fest, dass man "bereits jetzt in nahezu allen Punkten" nach den Vorgaben des zuständigen Landesdatenschutzes tätig sei.