Noch immer leidet der Einzelhandel unter Ladendiebstählen, wenngleich die Zahl der Fälle leicht rückläufig ist. Die bandenmäßig organisierten Delikte haben allerdings stark zugenommen.

Die neuen Zahlen über Ladendiebstähle haben beim Handelsverband Deutschland (HDE) Zufriedenheit ausgelöst. "Langfinger haben es schwer im Einzelhandel. Die Investitionen der Handelsunternehmen in Prävention sich aus. Die Ladendiebstähle sind auch 2009 wieder zurück gegangen", sagte heute Hauptgeschäftsführer Stefan Genth zu den aktuellen Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik 2009.

Doch bei aller Freude: Die Zahl der erfassten Ladendiebstähle ist im Vergleich zu vergangenen Jahren mit 0,4 Prozent nur sehr leicht zurück gegangen. 2008 seien 395.722 Fälle angezeigt worden; im vergangenen Jahr seien es 394.033 Fälle gewesen, betonte Genth. 

Einbruch des Jahres im KaDeWe

Ladendiebstähle würden dem Einzelhandel Schaden in Höhe von etwa zwei Milliarden Euro verursachen, klagte Genth. Zusammen mit den Kosten für Prävention müsste der Wirtschaftszweig jedes Jahr etwa drei Milliarden Euro für Ladendiebstähle aufwenden. Das seien knapp 0,8 Prozent des Jahresumsatzes des Einzelhandels.

"Mit Sorge beobachten wir, dass die besonders schweren Fälle des Ladendiebstahls 2009 weiter zugenommen haben", betonte der HDE-Chef. Die Zahl dieser qualifizierten Diebstähle sei um 14 Prozent von 9.683 erfassten Fällen im Jahr 2008 auf 11.037 angezeigte Delikte im vergangenen Jahr angestiegen.

Bei solchen schweren Ladendiebstählen handele es sich oft um bestellte Diebstähle, die von Banden verübt werden. Sie würden erheblichen Schaden verursachen und vielfach auch die Mitarbeiter in den Geschäften gefährden.

Der aufsehenerregendste Ladendiebstahl im Jahr 2009 betraf das Berliner KaDeWe und gehört offensichtlich in die Rubrik Bandenkriminalität. Am 25. Januar sind in der dortigen Filiale des Juweliers Christ Uhren und Schuck im Wert von mehreren Millionen Euro gestohlen worden. Eine Aufklärung des Falles steht immer noch aus.