Die Preise für Nahrungsmittel sind 2010 kräftig gestiegen. Vor allem bei Butter, Obst und Gemüse müssen sich die Verbraucher auf ein dauerhaft höheres Preisniveau einstellen.

Der stärkste Preisanstieg war 2010 bei Butter (plus 23,7 Prozent), Gemüse (plus 6,3 Prozent) und Obst (plus 5,2 Prozent) sowie Fisch und Fischwaren (plus 3,6 Prozent) zu beobachten.

Fleisch und Milch verteuerten sich dagegen nur um 0,4 Prozent, während die Preise für Süßwaren um 1,0 Prozent, für Zucker sogar um 11,6 Prozent sanken. Auch Brot war 2010 etwas billiger (minus 0,3 Prozent) als im Vorjahr.

Im Dezember 2010 gab es bei Lebensmitteln mit plus 3,6 Prozent noch einmal einen Preisschub. Im Jahresmittel betrug die Teuerungsrate bei Lebensmitteln 1,6 Prozent und lag damit deutlich über der Entwicklung der Verbraucherpreise insgesamt (plus 1,1 Prozent), teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. 

Zeit der Billigpreise ist vorbei

Damit setzt sich eine jahrelange Entwicklung fort: Mit einer Teuerung um 13 Prozent seit 2005 liegt der Anstieg der Lebensmittelpreise deutlich über der allgemeinen Verbraucherpreisentwicklung (plus 8,2 Prozent).

Plus 6,3 Prozent: Bei Gemüse mussten deutsche Verbraucher 2010 tiefer in die Tasche greifen.Foto: Thomas Fedra
Plus 6,3 Prozent: Bei Gemüse mussten deutsche Verbraucher 2010 tiefer in die Tasche greifen.Foto: Thomas Fedra
Auch in diesem Jahr dürfte sich der Trend fortsetzen, trotz des aktuellen Preisverfalls bei vom Dioxin-Skandal betroffenen Waren. "Die Zeiten, als Milch, Butter, Eier oder Fleisch eine Inflationsbremse waren, sind vorüber, auch die Zeit der extremen Niedrigpreise beim Discounter", sagte Gerd Sonnleitner, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) im Vorfeld der Grünen Woche in Berlin.

Rohstoffpreise stark angestiegen

Die Preissteigerungen sollten "moderat ausfallen", versichert Jürgen Abraham, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, seien aber aufgrund stark gestiegener Preise für Weizen, Mais oder Zucker nicht vermeidbar.

Seit Mai hätten Agrarrohstoffe insgesamt um 40 Prozent zugelegt, so Abraham. "Das kann die Industrie nicht allein wegstecken, irgendwann müssen wir das an die Verbraucher weitergeben."  

Bedingt durch die höheren Preise und einen weiter wachsenden Export erwartet die Ernährungsindustrie für das Jahr 2011 ein Umsatzplus zwischen 2 und 2,5 Prozent. Das vergangene Jahr war für die Branche mit einem nominalen  Wachstum von 1,2 Prozent auf 149,5 Milliarden Euro Umsatz besser ausgefallen als erwartet.

Maßgeblich dafür verantwortlich waren gestiegene Exporte, die mit 42,9 Milliarden Euro ein Rekordniveau erreichten.