Der aktuelle Dioxin-Skandal ist noch lange nicht ausgestanden. Zudem befürchten viele Unternehmen aus der Lebensmittelbranche, dass es auch künftig Verstöße gegen die Nahrungsmittelsicherheit geben wird.

Der aktuelle Lebensmittelskandal mit dioxinverseuchtem Tierfutter wird nach Brancheneinschätzungen kein Einzelfall bleiben. Fast drei Viertel der Betriebe aus Landwirtschaft, Futtermittel- und Lebensmittelindustrie glauben, dass auch künftig Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften bei der Nahrungsproduktion nicht ausgeschlossen werden können.

Das geht aus einer Umfrage der Beratungsgesellschaft PwC unter 200 Unternehmen hervor. Fast 40 Prozent der Befragten halten das Risiko sogar für hoch.

Forderung nach höheren Preisen und härteren Strafen

Der aktuelle Futtermittelskandal hat die Branche Schätzungen zufolge mehr als 30 Millionen Euro gekostet.

Die PwC-Befragung ergab, dass 31 Prozent der Unternehmen weniger als eine Million Euro Kosten erwarten. Fünf Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit Schäden in Höhe von bis zu fünf Millionen Euro. Noch höhere Kosten befürchten zwei Prozent der Befragten, während bei 58 Prozent der Betriebe keine Verluste aufgrund des Skandals erwartet werden.

Auslöser des Dioxin-Skandals ist nach überwiegender Meinung das "kriminelle Verhalten Einzelner" (89 Prozent der Nennungen). Allerdings verweist die Mehrheit der Befragten auch auf systembedingte Ursachen wie hohen Preisdruck (72 Prozent) und den harten Wettbewerb (65 Prozent).

Rund 70 Prozent sprechen sich für härtere Strafen aus, knapp 60 Prozent fordern mehr unabhängige Kontrollen und 26 Prozent gar eine Verschärfung der gesetzlichen Vorschriften.

Gift in jedem sechsten Ei

360 Betriebe sind laut Bundeslandwirtschaftsministerium wegen des Dioxinskandals bundesweit immer noch gesperrt. Wie das Ministerium weiter mitteilt, war jedes sechste getestete Ei mit dem krebserregenden Gift belastet. Bei Schweinefleisch habe nur eine von 127 Proben über dem Grenzwert gelegen, bei Legehennen seien es zwei Überschreitungen gewesen.