Nur wenige Internet-Supermärkte befinden sich auf Erfolgskurs. Dies liegt daran, dass sie vier wesentliche Faktoren nicht beherrschen: den richtigen Zeitpunkt des Markteintritts, Markenbekanntheit, Servicequalität und funktionierendes Fulfilment. Das zeigt eine aktuelle Studie von OC&C Strategy Consultants.

Nur wenige Internet-Supermärkte befinden sich auf Erfolgskurs. Dies liegt daran, dass sie vier wesentliche Faktoren nicht beherrschen: den richtigen Zeitpunkt des Markteintritts, Markenbekanntheit, Servicequalität und funktionierendes Fullfilment. Das zeigt eine aktuelle Studie von OC&C Strategy Consultants.

Die Strategieberater untersuchten internationale Benchmarks und befragten die Top 30 Unternehmen des deutschen Lebensmitteleinzelandels. Das Ergebnis: die Mehrzahl der Händler nimmt eine abwartende Haltung ein. E-Food-Pioniere zeigen jedoch, dass ein funktionierender Internet-Lieferservice die Chance für etablierte Händler ist, neue Kundenschichten und Ertragspotenziale zu erschließen. Nachzügler werden im stationären Geschäft gefährlich an Boden verlieren.

Mehrere Unternehmen haben sich bereits mit ihren E-Food-Aktivitäten durchgesetzt und ihr Erfolg spricht für die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells: Der englische Supermarkt Tesco ist mit 200 Mrd. Pfund Umsatz in 2000 der weltweit größte E-Food-Anbieter. In Frankreich setzt Casino anteilsmäßig sogar noch mehr um, und Markant Südwest sowie die Schweizer Migros und Coop rechnen mittelfristig mit einem zweistelligen Online-Anteil am Umsatz.

Bei aller Komplexität der verbundenen Prozesse erzielen etablierte Unternehmen 50% Neuumsatz im E-Food-Geschäft. Dank der Nutzung vorandener Strukturen rechnen diese Händler mit dem Break-even ihrer Online-Aktivitäten in ein bis zwei Jahren. Die Kenntnisse, die Unternehmen mit Hilfe des Internets über ihre Kunden sammeln, lassen sich auch für das stationäre Geschäft nutzen.

Die OC&C-Studie identifiziert vier kritische Bereiche im E-Food-Geschäft: das richtige Timing des Markteintritts, die Nachhaltigkeit des Markenaufbaus, die Servicequalität und schließlich die Effizienz im Fulfilment. Etablierte Unternehmen sind bei konsequenter Nutzung eines Multi-Channel-Ansatzes hier klar im Vorteil.

Eine Umfrage unter den Top 30 Unternehmen des deutschen Lebensmitteleinzelhandels hat jedoch gezeigt, dass bei drei Vierteln der Händler die Skepsis angesichts der Komplexität des Fulfilments überwiegt. Nur wenige Service-orientierte Händler wollen die Chance E-Food nutzen. Allerdings vernachlässigen selbst die Innovatoren wesentliche Erfolgsfaktoren. (AH)


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