Für alle, die noch nicht wissen, was sie Weihnachten verschenken sollen, sattelfest in allen Smalltalk-Situationen sein wollen oder einfach nur neugierig sind, hat etailment eine Auswahl trendiger Bücher zusammengestellt.


Shoe Dog
© Finanzbuchverlag
Shoe Dog
Phil Knight: Shoe Dog

 „Eine großartige Saga über Innovation, Überleben und Triumph“ findet Tennisspieler Andre Agassi. „Eine großartige Lektüre. Die Tiefpunkte, Tragödien, der Wille und Glaube etwas noch nie Dagewesenes zu erschaffen“, stimmt der Golfspieler Tiger Woods in die Lobeshymne mit ein. „Eine anrührende und höchst unterhaltsame, abenteuerliche Odyssee, die uns viel lehren kann über Innovation und Kreativität“, sagt auch Michael Spence, Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaft.

All das gilt Phil Knight, der sich als abenteuerlustiger Business-School-Absolvent von seinem Vater 50 Dollar lieh, um Laufschuhe aus Japan zu importieren. Heraus kam der milliardenschwere Konzern Nike und nun eben die Memoiren des Gründers. Er nimmt den Leser mit zurück in die Anfangstage des weltbekannten Logos „Swoosh“, erinnert an die Zeit, als er skeptische Banken anbetteln musste, ihm Kredite zu gewähren und gibt einen Einblick, wie er ein Team exzentrischer, aber brillanter Leute um sich scharte, mit denen er seinen unkonventionellen Traum umsetzen konnte.

Eine spannende Beschreibung der niederschmetternden Rückschlägen, skrupellosen Konkurrenten und zahllosen Zweiflern einerseits und tiefen Freundschaften, Team-Erfolgen und dem gemeinsamen Glauben an die Grenzen überwindende Macht des Sports andererseits.

Phil Knight: Shoe Dog. Die offizielle Biografie des NIKE-Gründers. Finanzbuchverlag, 19,99 Euro

Wem gehört die Welt
© Knaus
Wem gehört die Welt
Hans-Jürgen Jakobs : Wem gehört die Welt?

Kennen Sie Larry Fink, Stephen Schwarzman, Chen Hong oder Marcie Fros? Nein? Dann sind Sie zwar in guter Gesellschaft, sollten das aber ändern. Denn die Investoren legen mit ihren billionenschweren Fonds  mehr Geld an, als selbst stabile Volkswirtschaften wie die Bundesrepublik Deutschland erwirtschaften. „Dieses Buch will über die wahren Herren des Geldes und damit die wirklich Wichtigen dieser Welt aufklären“, erläutert der Autor Hans-Jürgen Jakobs ist Volkswirt und Wirtschaftsjournalist, der auf renommierte  Stationen wie "Spiegel", "Süddeutschen Zeitung" und "Handelsblatt" zurückblickt.

Da sich die obersten Kreisen gerne bedeckt halten, holte er sich Unterstützung von rund 50 Journalisten des Handelsblatts sowie Mitarbeitern des „Handelsblatt Research Institutes“, um Fakten und Daten zu den 200 mächtigsten Akteure des Weltfinanzwesens zusammen zu tragen. Sie stehen zusammen für mehr als 40 Billionen US-Dollar – das sind immerhin 60 Prozent des Buttoinlandsprodukts der Welt,  fast das Dreifache der Wirtschaftsleistung der EU. 

Das Buch weist Grundzüge einer Enzyklopädie auf und ist daher bisweilen etwas holprig zu lesen. Zudem findet man auch viele Informationen im Internet, so man weiß, wonach man suchen muss und sich die Mühe macht, sie zu sammeln. Aber die Zusammenstellung, wer die zentralen Felder der Weltwirtschaft besetzt, wo sich Geld und Einfluss konzentriert und welche Ziele diejenigen verfolgen, denen die Welt gehört,  ist lesens- und wissenswert. Und  hinterlässt selbst den nicht zu Verschwörungstheorien neigenden Leser zugleich mit einem mulmigen Gefühl.

Hans-Jürgen Jakobs : Wem gehört die Welt? Die Machtverhältnisse im globalen Kapitalismus. Knaus Verlag, 36 Euro.                                        

Inkompetenzkompensationskompetenz
© Solibro
Inkompetenzkompensationskompetenz
Ralf Lisch: Inkompetenzkompensationskompetenz

Wer die TV-Serie Stromberg gesehen hat, ahnt, dass es nicht immer menschliche Qualitäten sind, nach denen  Manager berufen werden. Zwar sind die Chefs natürlich nicht alle so extrem, aber sie berufen sich oft genug auf rationale Entscheidungen, wirtschaftliche Belange oder gar Logik und sind doch wie alle Menschen von psychologischen Motiven getrieben. Oder wie es Unternehmer  Erich Sixt einmal in einem Interview sagte: „Die ganze Betriebswirtschaft beruht doch auf einem einzigen Axiom: dass der Mensch rational handelt. Aber er tut es nicht. Und deshalb können sie das alles vergessen.“

Der Soziologe Ralf Lisch hat zehn frei erfundene, aber eng an die Realität angelehnte Geschichten aus dem Manageralltag zusammengestellt. Manager ticken eben halt genau wie andere Menschen. Sie strampeln im Hierarchiehickhack, müssen ihre Daseinsberechtigung immer wieder unter Beweis stellen und klopfen eigentlich nur Sprüche. Denn gemacht wird ohnehin, was der Vorstand oder die Geschäftsführung will.

Das Buch entlarvt Worthülsen wie auch abgeschmackte Smalltalks und lädt zum Schmunzeln ein – und irgendwie hat man dann auch irgendwie Mitleid mit den Clowns, die von der Geschäftsführung eingesetzt werden, aber außer Selbstbeweihräucherungen zum Erhalt des eigenen Standesdünkel-Selbstbildes nicht viel zu sagen haben. Vielleicht ertragen geplagte Mitarbeiter nach der Lektüre der humorvollen Demaskierung der wahren Kompetenz von Managern das nächste unproduktive Meeting besser.

Ralf Lisch: Inkompetenzkompensationskompetenz: Wie Manager wirklich ticken. Solibro Verlag, 16,80 Euro.


Tesla
© Finanzbuchverlag
Tesla
W. Bernard Carlson: Tesla

Technik-Fans kannten ihn schon lange, Silicon-Valley-Star Elon Musk machte den Namen Tesla im neuen Jahrtausend weithin bekannt, als er im Jahr 2003 Tesla Motors gründete, um Elektroautos für ein breites Publikum zu bauen.

Der Physiker und Erfinder Nikola Tesla revolutionierte das Verständnis von Elektrizität und setzte mit seinen Erfindungen neue Maßstäbe für die weltweite Energieversorgung. In der Biographie über den Vordenker stellt Technikexperte W. Bernard Carlson, der Professor für Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft sowie Geschichte an der Universität von Virginia, nicht nur dessen zahlreiche Neuerungen auf dem Gebiet der Elektrotechnik vor. Vielmehr blickt er auch in die Psyche des 1856 geborenen Kroaten, der in seinem Leben 112 Patente anmeldete.

Das Ausnahmetalent war kein Forscher, der im stillen Kämmerlein tüftelte. Vielmehr war er für seinen extravaganten Lebensstil und seinem Hang zur exzessiven Selbstdarstellung berühmt. In das Porträt fließen zahlreiche Originalquellen ein, die zeigen, wie es Tesla möglich war, Innovationen wie am Fließband zu produzieren, und zeigt auf, welche Geschäftsstrategien bei einem der Erfinder der Moderne heute noch gültig sind.

W. Bernard Carlson: Tesla. Der Erfinder des elektrischen Zeitalters. Finanzbuchverlag, 26,99 Euro.

 

Tough Talk
© Wiley-WCH
Tough Talk
Marc-Stephan Daniel: Tough Talk

In der Wirtschaft wird bekanntlich mit harten Bandagen gekämpft.  Und der Umgangston wird immer noch härter, prangert der Psychologe Marc-Stephan Daniel die "dramatische Verschlechterung der Gesprächskultur" an. "Was einmal die Ausnahme war, nämlich andere eiskalt über den Tisch zu ziehen, ist fast schon die Regel geworden".

Mit seinem Buch will Daniel denjenigen helfen, die der Kampfkommunikation ihrer Kollegen, Vorgesetzten oder Kunden bislang hilflos ausgesetzt waren. Dazu muss man erst einmal selbst erkennen, warum man in schwierigen Gesprächs- und Verhandlungssituationen immer wieder von anderen untergebuttert wird. Zum anderen zeigt er Gegenstrategien und Taktiken auf, um sich zu wehren und  Respekt zu verschaffen. Und, ganz wichtig: Wie man die Opferrolle ablegen kann.

Hört sich theoretisch an, wird aber anschaulich durch zahlreiche Beispiele und Tipps, wie man harten, aggressiven und unfairen Gesprächspartnern begegnen kann.  So analysiert der Autor beispielsweise ein TV-Duell zwischen dem Moderator Michel Friedmann und dem AfD-Gründer Bernd Lucke, in dem Lucke gegen das polternde Vorgehen Friedmanns kein Gegenmittel findet. Anregende Lektüre zur Erweiterung des eigenen Kommunikations-Repertoires in kritischen Situationen.

Marc-Stephan Daniel: Tough Talk. Die rhetorischen Spielregeln zum Überleben im Haifischbecken. Wiley-VCH Verlag, 19,99 Euro.


Über diesen Link können Sie sich ein Video von Marc-Stephan Daniel zu „Tough Talk“  anschauen.


Läden 2016
© Deutscher Fachverlag GmbH
Läden 2016
TextilWirtschaft (Hg.): Läden 2016

Digitalisierung und Internationalisierung – die Modebranche ist im Umbruch und muss sich immer wieder neu erfinden.  Auch 2016 haben Modehändler und Architekten konzipiert, entkernt, gebaut und inszeniert.  Herausgekommen ist eine Vielzahl außergewöhnlicher Läden von Aachen über Montreal und Seoul bis Zürich. Von Monoprodukt-Konzepten bis zu experimentellen Mischformen. Moderne Hybride zwischen Modehandel und Café, Galerie, Community-Treffpunkte oder Nachtclub. Kurz: Läden, die zum aktuellen Geschmack der Kunden passen.

Die Redaktion der „TextilWirtschaft“ präsentiert in dem jährlich erscheinenden Standardwerk des Ladenbaus 50 interessante Eröffnungen und illustriert sie so üppig, dass der Leser regelrecht Lust auf Ladengestaltung bekommt.  Neu in diesem Jahr ist das Schwerpunktthema „Licht“: Auf zwölf Seiten gibt es jede Menge Informatives rund um die Beleuchtung. Der informative Bildband  inspiriert Ladenbauer, Architekten, Projektentwickler, Lichtplaner und Textileinzelhändler genauso wie alle, die sich für die neuesten Trends der Ladengestaltung interessieren.

TextilWirtschaft (Hg.): Läden 2016. Deutscher Fachverlag, 98 Euro.

Der Handel verlost drei Exemplare des Buchs „Läden 2016." Weitere Informationen finden Sie hier. 

 

Der Fluch des Geldes
© Finanzbuchverlag
Der Fluch des Geldes
Kenneth S. Rogoff: Der Fluch des Geldes
Kenneth Rogoff war 2014 der erste Ökonom, der ein Bargeldverbot forderte. Dabei stützt der Harvard-Professor und ehemalige Chefökonom des IWF seine Überlegungen vor allem auf zwei Thesen: Bargeld, die großen Scheine, dienen seiner Meinung nach primär der Steuerhinterziehung und der organisierten Kriminalität. Zum zweiten hindere die Verfügbarkeit des Bargeldes die Zentralbanken daran, den Leitzins deutlich unter die Nulllinie zu treiben, und das limitiert die Möglichkeiten der Geldpolitik.

Also fordert er, dass Industrieländer das Bargeld stufenweise abschaffen sollten, und entmystifiziert anhand vieler Daten, einem kurzen historischen Abriss und anschaulichen Erklärungen das zentrale Bankenwesen sowie negative Zinssätze.

Seine Überlegungen haben bereits dazu geführt, dass die Europäische Zentralbank die 500-Euro-Scheine abschaffen wird und Deutschland eine Grenze von 5000 Euro für Barzahlungen diskutiert.

Auch und gerade, wenn man anderer Meinung ist, sind Rogoffs Gedanken und Begründungen des Konflikts zwischen der Beschneidung der persönlichen Freiheit und mangelnder regulatorischer Eingriffsmöglichkeiten der Finanzpolitik lesenswert. Zumal er ja auch – Vorsicht Spoiler-Alarm –, gar kein komplettes Bargeldverbot fordert, sondern kleine Scheine weiter im Umlauf belassen möchte.

Kenneth S. Rogoff: Der Fluch des Geldes. Warum unser Bargeld verschwinden wird. Finanzbuchverlag. 24,99 Euro.

 


Wohin mit dem Geld?

Mittelstand sucht Anlagemöglichkeiten

Niedrige Zinsen, gute Geschäftslage: Über die Hälfte der mittelständischen Firmen in Deutschland müssen ihr Geld anlegen. Davon ist auch der Handel betroffen. Mehr lesen

Bargeldloses Bezahlen

Ohne den Kunden geht nichts

Kontaktloses Bezahlen via Smartphone oder NFC-fähiger Karte macht den Bezahlprozess schneller, doch noch sind die Kunden hierzulande skeptisch. Einen Durchbruch könnte Payback Pay bringen: Seit Juni können Kunden mit der App kontaktlos bezahlen. Das EHI zieht ein erstes Fazit. Mehr lesen

Auslaufmodell 500-Euro-Schein

Die Bundesbank verteidigt das Bargeld

In etwas mehr als zwei Jahren soll die Ausgabe von 500-Euro-Noten eingestellt werden. Für die Bundesbank soll das nicht das Ende des Bargelds bedeuten - trotz der hohen Kosten, die Geld nicht nur aus Papier auch für den Handel verursacht. Mehr lesen